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Geldpolitik : EZB kauft ab 8. Juni Unternehmensanleihen

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EZB-Präsident Mario Draghi: Es handelt sich um eine „geldpolitische Sondermaßnahme“. Bild: AP

Die EZB hat vor Monaten angekündigt, künftig auch Anleihen von Unternehmen zu kaufen. Nun hat sie verraten, wann sie damit beginnt.

          Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ab 8. Juni auch Firmenanleihen kaufen. Ab dann wollen die Währungshüter mit dem Erwerb beginnen, wie die Notenbank am Donnerstag nach der Zinssitzung in Wien mitteilte. Weitere Details zu den Käufen erhoffen sich Investoren am Nachmittag von EZB-Präsident Mario Draghi.

          Mit dem Erwerb von Firmenanleihen wollen die Euro-Wächter unter anderem dafür sorgen, dass die Zinsen dieser Papiere sinken. Damit wollen sie die Kreditbedingungen für Unternehmen verbessern, Neuemissionen anregen und so der Wirtschaft mehr Schub verleihen. Maximal bis zu 70 Prozent einer einzelnen Emission sollen aufgekauft werden. Bei Titeln staatsnaher Unternehmen liegt die Schwelle niedriger. Die Papiere müssen eine Laufzeit von sechs Monaten bis 30 Jahre haben und zudem von den Rating-Agenturen mit einer guten Bonitätsnote eingestuft sein.

          Das Programm soll laut Insidern zunächst auf Sparflamme laufen. Sobald das Angebot größer wird, soll den Informationen zufolge der monatliche Umfang allmählich auf fünf bis zehn Milliarden Euro gesteigert werden. Die Währungshüter hatten im März beschlossen, ihr billionenschweres Wertpapier-Kaufprogramm um Firmenbonds zu ergänzen.

          Noch länger niedrige Zinsen

          Die EZB hat die Finanzmärkte zudem abermals auf eine lange Phase extrem niedriger Leitzinsen in der Eurozone eingestimmt. Die Zinsen dürften für längere Zeit auf dem aktuellen oder sogar auf einem niedrigeren Niveau bleiben, sagte Draghi. Die niedrigen Zinsen sollten über die Laufzeit des Wertpapierkaufprogramms hinaus bestehen bleiben, sagte Draghi. Der Notenbankpräsident wiederholte damit Aussagen vom April.

          Außerdem bekräftigte Draghi frühere Aussagen, wonach die EZB die Geldschleusen falls notwendig weiter öffnen könnte. Die Notenbank sei bereit, notfalls alle verfügbaren Instrumente zu nutzen, sagte der Notenbankchef. Zuvor hatte die Notenbank wie erwartet alle wichtigen Leitzinsen unverändert auf ihren Rekordtiefs belassen.

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