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Kommentar : Die Währungsunion wackelt

Die Wirtschafts- und Währungsunion steht wie ein Flamingo nur auf einem Bein, doch sie kommt anders als der Vogel immer wieder aus dem Gleichgewicht. Ob ein europäisches Finanzministerium das verbessern kann?

          Beim jüngsten Ringen um die Griechenland-Rettung haben sich alle Beteiligten schwere Blessuren zugezogen. Der siebzehn Stunden dauernde Verhandlungsmarathon Mitte Juli war ein Schauspiel, das jede Regierung ihren Bürgern am liebsten erspart hätte.

          Überlegungen zu einer Neuordnung der Entscheidungsmechanismen im Euroraum sind daher berechtigt. Die Wirtschafts- und Währungsunion steht wie ein Flamingo nur auf einem Bein, doch sie kommt anders als der Vogel immer wieder aus dem Gleichgewicht. Die Europäische Zentralbank besitzt kein Pendant, das nicht ihre Unabhängigkeit aushöhlen soll, aber für eine Wirtschaftspolitik mit gemeinsamer Stoßrichtung sorgen könnte. Es gibt keine Beispiele für eine anders funktionierende Währungsunion.

          Doch sind die Nationalstaaten zur Abgabe von so viel Souveränität bereit? Wie soll das neue Entscheidungsgremium demokratisch legitimiert werden? Wie wird sein Budget finanziert? Und nicht zuletzt: Auf welche wirtschaftspolitische Linie könnten sich die Regierungen überhaupt einigen? Weil all diese Fragen heute ohne Antwort bleiben, ist die Debatte unerlässlich. Ansonsten droht eine Sackgasse.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

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