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EZB-Tests : Schlechte Ergebnisse bei Bankenprüfung erwünscht

Damit mehr Vertrauen in die Banken entsteht, muss die EZB sie mit Strenge prüfen, glaubt der niederländische Finanzminister DIjsselbloem. Bild: Fabian Fiechter / F.A.Z.

In diesem Jahr überprüft die EZB die Stabilität der Großbanken. Dabei brauche es „auch schlechte Nachrichten“, sagte nun der niederländische Finanzminister. Die OECD hat angeblich schon große Kapitallücken bei deutschen Banken festgestellt.

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          Die diesjährige Überprüfung der Stabilität großer europäischer Geschäftsbanken durch die Europäische Zentralbank (EZB) darf nicht nur gute Resultate bringen. „Wir brauchen auch schlechte Nachrichten“, sagte der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem auf einer Veranstaltung im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos. „Dies würde belegen, dass die Tests mit großer Ernsthaftigkeit vorgenommen wurden.“

          Die OECD glaubt einem Zeitschriftenbericht zufolge, dass die größten deutschen Banken stark unterkapitalisiert sind. Die multinationale Organisation gehe davon aus, dass die EZB bei ihrer Bilanzprüfung zu einem ähnlichen Ergebnis kommen werde, berichtete die „Wirtschaftswoche“ am Samstag vorab. Die OECD-Studie beziffere die Unterkapitalisierung auf 84 Milliarden Euro, so der Bericht. Am dramatischsten sei die Situation bei der französischen Crédit Agricole, wo sich die Unterfinanzierung auf 31,5 Milliarden Euro belaufe. An zweiter Stelle folge die Deutsche Bank mit einer Kapitallücke von 19,0 Milliarden Euro, auf dem dritten Rang die Commerzbank mit 7,7 Milliarden Euro.

          Die Tests durch die EZB, die ebenfalls solcherlei Resultate zum Ergebnis haben könnten, müssten streng sein, damit wieder mehr Vertrauen unter den Geschäftsbanken entstehe, sagte auch Federico Ghizzoni, der Vorstandsvorsitzende der italienischen Großbank Unicredit. In der Rezession habe die Qualität der Anlagen italienischer Banken gelitten. Ghizzoni hält Zusammenschlüsse vor allem mittelgroßer italienischer Banken für wahrscheinlich.

          Generell aber befinde sich die europäische Bankenbranche in einer besseren Verfassung als noch vor wenigen Jahren, befanden Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und der Co-Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Anshu Jain. Dies liegt nach Ansicht von EU-Währungskommissar Olli Rehn unter anderem daran, dass an den Finanzmärkten ein Zusammenbruch der Eurozone nicht mehr als wahrscheinlich angenommen werde.

          Allerdings schlägt sich die allmähliche, aber noch nicht abgeschlossene Gesundung der europäischen Bankenbranche noch nicht in einer Zunahme der Kredite an Unternehmen in der Eurozone wieder. Die Geschichte lehre aber, dass ein nachhaltiger Konjunkturaufschwung ohne eine Belebung des Kreditgeschäfts nicht wahrscheinlich sei, schränkte Rehn ein.

          Gerade in Südeuropa erklärt sich das schwache Kreditgeschäft nicht nur durch eine Schwäche der Banken, sondern auch durch eine geringe Kreditnachfrage durch kleine und mittelgroße Unternehmen. Schäuble plädierte für Strukturreformen, um das wirtschaftliche Umfeld für die Unternehmen zu verbessern.

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