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Nachhaltigkeit : EZB-Rat beschließt Grundsätze für grüne Anleihekäufe

EZB-Präsidentin Christine Lagarde will die Notenbank „grüner“ ausrichten. Bild: Reuters

Zunächst geht es um das nicht-geldpolitische Portfolio der Zentralbank und der nationalen Notenbanken. Die Bundesbank will Mitte 2022 mit einer klimabezogenen Berichterstattung beginnen.

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          Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EUB) ist offenbar einen Schritt weiter gekommen in ihren Plänen, die Notenbank „grüner“ auszurichten. Wie die EZB am Donnerstag mitteilte, haben der EZB-Rat und die 19 nationalen Zentralbanken im Euroraum einen gemeinsamen Rahmen für die Anwendung nachhaltiger Anlageprinzipien für die von ihnen verwalteten nicht-geldpolitischen Anleihe-Portfolios festgelegt.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das gemeinsame Abkommen folge umfangreichen Vorbereitungsarbeiten. Es habe von der Analyse des Netzwerks zur Ökologisierung des Finanzsystems profitiert und stehe im Einklang mit dessen Empfehlungen, teilte die Notenbank mit. Mehrere Mitglieder des Eurosystems - einschließlich der EZB - wendeten bereits nachhaltige  Anlagepraktiken bei der Verwaltung ihrer nicht für die Geldpolitik bestimmten Anleihekäufe an. Die gemeinsamen Grundsätze sollten allen Mitgliedern des Eurosystems helfen, zum Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und zu den Klimazielen der EU beizutragen. 

          Die Deutsche Bundesbank teilte in einer Reaktion darauf mit, sie werde Mitte nächsten Jahres mit einer klimabezogenen Berichterstattung für ihr nicht-geldpolitisches Euro-Portfolio beginnen. Bundesbankpräsident Jens Weidmann lobte die Verständigung im EZB-Rat auf Grundsätze für die nachhaltige Anlage: „Die Bundesbank arbeitet bereits daran, diese Grundsätze in ihre Anlageprozesse und ihre Berichterstattung einfließen zu lassen.“

          Die Verantwortung für die sogenannten nicht-geldpolitische Portfolios fällt in die Zuständigkeit der einzelnen Eurosystem-Zentralbanken. Die Grundsätze sollten dazu dienen, den Zentralbanken Orientierung zu geben bei ihren laufenden Arbeiten zur Messung der CO2-Emissionen und anderer Kennzahlen dieser Portfolios. Die Grundsätze sehen weiterhin vor, spätestens Ende 2022 mit einer jährlichen klimabezogenen Berichterstattung für diese Portfolios zu beginnen. „Wir haben unsere Arbeit zur klimabezogenen Berichterstattung bereits aufgenommen," sagt Bundesbank-Vorstandsmitglied Sabine Mauderer. „Die Bundesbank ist auf gutem Wege, die hierfür erforderlichen Voraussetzungen bis Mitte 2022 zu erfüllen."

          Weidmann hob hervor: „Der Kampf gegen den Klimawandel ist eine zentrale Aufgabe unserer Zeit. Die Bundesbank arbeitet auf all ihren Aufgabenfeldern daran, im Rahmen ihres Mandats Beiträge hierzu zu leisten.“ Der Bundesbank-Vorstand habe zudem einen Lenkungsausschuss „Green Finance“ eingesetzt, in dem die Fachbereiche regelmäßig über Fortschritte in entsprechenden Projekten berichteten und der die klimabezogenen Arbeiten koordiniere und vorantreibe. Das nicht-geldpolitische Euro-Portfolio der Bundesbank bestehe ausschließlich aus sogenannten Covered Bonds, das sind besicherte Schuldverschreibungen. Es diene der Anlage von Eigenkapital, Rücklagen und Rückstellungen der Bank.

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