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EZB-Präsident Draghi rät : „Privatsektor muss Vorbereitungen auf harten Brexit verstärken“

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Am Hafen in Dover könnte es im Falle eines harten Brexits zu langen Staus kommen. Bild: dpa

Der Brexit geht wohl in die Verlängerung. Unternehmen sollten sich dennoch besser auf einen Austritt Großbritanniens ohne Deal vorbereiten, meint EZB-Präsident Draghi. Noch besorgter ist der DIHK-Präsident.

          Die Unternehmen müssen sich nach den Worten von EZB-Präsident Mario Draghi besser auf einen harten Brexit einstellen. „Behörden und Zentralbanken sind vorbereitet, aber der Privatsektor muss seine Vorbereitungen verstärken“, sagte Draghi nach Angaben aus Teilnehmerkreisen auf dem Gipfel den EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Insgesamt seien die Folgen eines EU-Austritts ohne Deal für die Euro-Zone aber eher gering.

          Der Wirtschaft in der Währungsunion sagte Draghi den Angaben nach eine anhaltende Schwächephase voraus. Grund dafür sei vor allem der schwächelnde internationale Handel. Die Gefahr einer Rezession sei derzeit aber gering. Dennoch werde die Europäische Zentralbank (EZB) angesichts dieser Konstellation an ihrer lockeren Geldpolitik vorerst festhalten.

          Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rät den Unternehmen hierzulande, sich weiter auf einen harten, ungeregelten EU-Austritt Großbritanniens einzustellen. „Die Verschiebung des Austrittsdatums um erst mal zwei Wochen verschafft der Wirtschaft einen Moment zum Durchpusten, mehr aber nicht“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer am Freitag. „Das Londoner Problem, sich endlich auf eine Brexit-Vorgehensweise zu verständigen, löst das nicht.“

          Die EU und die britische Premierministerin Theresa May hatten sich in der Nacht zum Freitag auf eine Verschiebung des britischen EU-Austritts geeinigt. Falls das britische Unterhaus dem ausgehandelten Brexitabkommen nächste Woche zustimmt, soll der Austritt am 22. Mai geregelt über die Bühne gehen. Gelingt das nicht, kann Großbritannien bis zum 12. April neue Vorschläge machen.

          Der Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi

          Schweitzer begrüßte die Vereinbarung. Es sei richtig, dass die EU auf einer Zustimmung Londons zum ausgehandelten Deal bestehe, bevor die Frist um weitere fünf Wochen verlängert werde. „Wie wir aus unseren Umfragen wissen, ist selbst einer Mehrheit der direkt betroffenen Unternehmen eine klare Position gegenüber den ausstiegswilligen Briten lieber als weitere Zugeständnisse“, sagte er.

          „Zur jetzt verlängerten Zitterpartie gehört aber auch, dass die Gefahr eines harten Brexits sehr hoch bleibt. Ich rate meinen Unternehmerkollegen, sich hierauf weiterhin vorzubereiten“, mahnte Schweitzer. „Die größte Hoffnung ist jetzt, dass London endlich beim Brexit Klarheit für die Wirtschaft schaffen kann.“

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