https://www.faz.net/-gqe-8cmzx

Niedrigzins : EZB setzt Anleihekäufe unverändert fort

  • Aktualisiert am

EZB-Ratssitzung: Die Leitzinsen bleiben unverändert. Bild: Helmut Fricke

Nach der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank bleiben die Leitzinsen unverändert. Die Geschäftsbanken zahlen weiter Strafzinsen, der Euro reagiert kaum.

          1 Min.

          Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag nicht an der Zinsschraube gedreht. Der Zinssatz für Einlagen der Geschäftsbanken bleibe weiter bei minus 0,3 Prozent, teilte die EZB nach ihrer jüngsten Zinsentscheidung in Frankfurt mit. Der Hauptrefinanzierungssatz bleibe unangetastet bei 0,05 Prozent, der Spitzenrefinanzierungssatz bei 0,3 Prozent. Die Entscheidung der Notenbanker kam nicht überraschend. Die meisten Experten hatten erwartet, dass die EZB am Donnerstag vorerst keine weiteren Lockerungen vornehmen würde. Der Euro reagierte kaum auf die Entscheidung.

          Die Zentralbank hat keine Aufstockung ihres milliardenschweren Wertpapierkaufprogramms vorgenommen. Mögliche weitere geldpolitische Lockerungen würden bei der kommenden Zinsentscheidung im März geprüft, sagte EZB-Chef Mario Draghi. Dann könnten gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen werden. Kurz vor der Pressekonferenz hatte die EZB angekündigt, ihre Leitzinsen unverändert zu lassen. Nach Draghis Worten gab der Euro nach und fiel auf sein Tagestief von 1,0780 US-Dollar.Monatlich kauft die EZB nach derzeitiger Planung bis zum März 2017 Wertpapiere im Volumen von durchschnittlich 60 Milliarden Euro.

          Anfang Dezember hatte die Notenbank im Kampf gegen die zu niedrige Inflation den Einlagensatz für Geschäftsbanken um 0,1 Prozentpunkte gesenkt und das ursprünglich bis zum Herbst 2016 geplante Kaufprogramm für Wertpapiere um ein halbes Jahr verlängert. Auf die geldpolitische Lockerung hatte es im Dezember an den Finanzmärkten teils heftige Kursreaktionen gegeben, weil viele Anleger offenbar radikalere Maßnahmen erwartet hatten.

          Das größte Problem für die EZB bleibt die nach wie vor ungewöhnlich schwache Inflation im Euroraum. Trotz zahlreicher Maßnahmen der Währungshüter gegen die ihrer Einschätzung nach zu schwache Teuerung verharrte sie im Dezember mit 0,2 Prozent nur knapp über der Nullmarke. Dagegen sieht die EZB die Preisstabilität erst bei einer mittelfristigen Inflationsrate von knapp zwei Prozent als gewährleistet an.

          Weitere Themen

          Inflation springt auf 5,2 Prozent Video-Seite öffnen

          Im November : Inflation springt auf 5,2 Prozent

          Die Inflation in Deutschland hat sich im November deutlich beschleunigt: Die Verbraucherpreise stiegen um voraussichtlich 5,2 Prozent im Vorjahresvergleich, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Im Oktober hatte die Teuerung bei 4,5 Prozent zum Vorjahresmonat gelegen.

          Topmeldungen

          Diese Lithium-Ionen-Zellen im Kleinformat nutzen die Forscher um Clare Gray für ihre Untersuchungen.

          Bessere Stromspeicher : Feintuning für den optimalen Lithium-Ionen-Akku

          Klassische Lithium-Ionen-Akkus sind noch längst nicht ausgereizt. Mit besseren und günstigeren Materialien lassen sich viele Eigenschaften verbessern. Doch vor allem muss man in das Innere der Energiespeicher blicken.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.