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Wirtschaftsprüfung : EY will 40 Partner und 380 Stellen abbauen

  • -Aktualisiert am

EY-Schriftzug an einem Bürogebäude in Düsseldorf Bild: dpa

Die wegen des Wirecard-Skandals in die Schlagzeilen geratene Wirtschaftsprüfung und Beratung EY will sich von hunderten Mitarbeitern in Deutschland trennen. Gleichzeitig will sie 2000 neue Mitarbeiter einstellen.

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          Große Prüfungs- und Beratungsanbieter sind eigentlich Jobmaschinen und suchen mehr Mitarbeiter, als sie finden können. Doch der vom Wirecard-Skandal gebeutelte Prüfriese EY will in Deutschland Hunderte Stellen abbauen und sich von 40 seiner 800 Partner hierzulande trennen.

          Mark Fehr
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Laut „Financial Times“ soll die Mehrheit der 40 von dem Abbauprogramm betroffenen Partner aus dem Geschäftsbereich Wirtschaftsprüfung stammen. Partner sind Führungskräfte, die in der Regel am Unternehmen beteiligt sind und ihre Kunden eigenständig gewinnen und beraten.

          Tatsache ist, dass der mit Prüfung und prüfungsnaher Beratung erzielte Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um 3,7 Prozent gesunken ist. Zudem sind im gleichen Zeitraum zahlreiche Großmandate aus der Liste der von EY geprüften Topunternehmen ausgeschieden.

          Allerdings hatte EY im Dezember angekündigt, im laufenden Geschäftsjahr 2000 Mitarbeiter einstellen zu wollen. Gesucht würden neben klassischen Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern auch Spezialisten für Nachhaltigkeit (ESG), Digitalisierung oder Cybersicherheit. Das bleibt auch weiter das Ziel.

          Aus dem Unternehmen ist zu hören, dass es keinen Einstellungsstopp gebe. Dennoch sollten aus Kostengründen 380 sogenannte Vollzeitäquivalente gestrichen werden. Für diese Kennzahl werden die Regelstunden von in Teilzeit beschäftigten Mitarbeitern in Vollzeitstellen umgerechnet.

          Betroffen seien vor allem Beschäftigte in den Zentralbereichen wie Buchhaltung, Personalverwaltung oder Marketing. In der Regel nicht betroffen seien Mitarbeiter, die in den Geschäftsbereichen Prüfung und Beratung Aufträge von EY-Kunden bearbeiten.

          Grund für den Stellenabbau sei nicht der Wirecard-Skandal, sondern die vom internationalen EY-Netzwerk geplante Abtrennung der Wirtschaftsprüfung von den Beratungssparten. Während der Vorarbeiten für die Ende März anstehende Abstimmung der EY-Führungskräfte über die Aufspaltung sei aufgefallen, dass in Deutschland die Kosten für die Verwaltung überdurchschnittlich hoch seien. Dem wolle EY nun entgegensteuern. Bessere Finanzkennzahlen gewinnen an Bedeutung, weil nach der Aufspaltung von EY ein Börsengang der Beratungssparte angestrebt werden soll.

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