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Martin Wittig : Ex-Roland-Berger-Chef heuert bei Bain an

Martin Wittig Bild: Klein, Nora (Archivbild 2010)

Früher leitete Martin Wittig die größte Unternehmensberatung mit deutschen Wurzeln. Jetzt arbeitet er für die Konkurrenz. Warum?

          Der frühere Chef der Unternehmensberatung Roland Berger, Martin Wittig, arbeitet ab sofort für die Konkurrenz. Für die amerikanische Unternehmensberatung Bain soll der 54 Jahre alte Wittig die Beratung von Banken und Versicherungen in Deutschland und in der Schweiz ausbauen. Wittig war von 2010 bis 2013 Chef von Roland Berger. Während seiner Amtszeit hätte Roland Berger beinahe die Eigenständigkeit verloren. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte wollte Roland Berger übernehmen, Wittig hatte das Geschäft in Gesprächen mit der Deloitte-Führung schon weitgehend festgezurrt. Doch am Ende stimmte die Mehrheit der Roland-Berger-Partner in letzter Minute doch gegen die Fusion. Intern gab es großen Streit. Einige Partner zogen enttäuscht davon und nahmen Kunden mit, so dass Umsatz im zweistelligen Prozentbereich verlorenging.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wittig selbst trat im Mai 2013 aus gesundheitlichen Gründen zurück. Nach seiner Genesung arbeitete Wittig zuletzt wieder als selbständiger Berater. Das Arbeiten im Team habe ihm gefehlt, sagt er heute. Auf die Frage, warum er nicht zu Roland Berger zurückgekehrt sei, antwortet er mit einem leichten Seitenhieb gegen seinen früheren Arbeitgeber: Die Schweizer Banken und Versicherungen könnten „nur durch Beratungsunternehmen bedient werden, die global in ausreichender Breite und Tiefe aufgestellt sind.“ Er fühle sich bei Bain sehr gut aufgehoben.

          Für Bain arbeitet der studierte Ingenieur jetzt als Senior Berater. Rund die Hälfte seiner Arbeitszeit soll der in der Schweiz lebende Wittig künftig für Bain einsetzen, in der restlichen Zeit kann er sich seinen übrigen Aufgaben widmen, etwa seinen Verwaltungsratsmandaten.

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