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Urheberrechtsreform : Ex-Piratin wird für das Netz aktiv

Julia Reda saß von 2014 bis 2019 für die deutsche Piratenpartei im Europaparlament. Bild: dpa

Nach einem Forschungsaufenthalt in Amerika möchte sich Julia Reda wieder der Urheberrechtsreform zuwenden. Das Thema Uploadfilter sei auch während der Corona-Krise aktuell.

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          Zuletzt war es ruhig um Julia Reda geworden. Erst vor wenigen Wochen kehrte sie wieder von einem längeren Forschungsaufenthalt aus Amerika nach Berlin zurück. Sie wolle sich wieder „voll und ganz der Urheberrechtsreform widmen“, um den Zugang zu Wissen und Kultur zu erleichtern, schrieb Reda in einem Blogpost. Als Abgeordnete der Piraten-Partei im Europaparlament stach die 33 Jahre alte gebürtige Rheinländerin als die politische Stimme unter Künstlern, Youtubern und Autoren heraus, die sich entschieden gegen die EU-Urheberrechtsreform aussprach. Umso überraschender folgten vor der Europawahl im vergangenen Jahr ihr Austritt aus der Partei und der Aufruf an Wähler, die Piraten nicht zu unterstützen.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Für Reda begann damals ein neuer Zeitabschnitt. Vom Spätsommer an forschte sie am Berkman Klein Center for Internet and Society an der amerikanischen Harvard-Universität. Ein Schwerpunkt lag dabei – wie schon in der Debatte um das Urheberrecht – auf dem Thema Uploadfilter. Diese sorgen nun in der Corona-Krise nach Aussage der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) für einen ständig wachsenden Informationsverlust im Internet. Viele Plattformen könnten die Urheberschaft von Inhalten kaum mehr von ihren Mitarbeitern überprüfen lassen. Daher kämen automatische Uploadfilter immer häufiger zum Einsatz. Dabei bleiben dem gemeinnützigen Verein zufolge auch viele legale Inhalte auf der Strecke. Wie die GFF mitteilte, hat man mit Julia Reda eine prominente Mitstreiterin für mehr Transparenz im Internet gewonnen. Die Fachfrau für Urheberrecht und Kommunikationsfreiheit baut einen Arbeitsschwerpunkt auf, mit dem eine „demokratiegerechte“ Ausgestaltung des Urheberrechts begleitet werden soll.

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