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Europawahl : Appell zum Einschlafen

  • -Aktualisiert am

Der Europawahlkampf reißt die Wähler noch nicht vom Hocker. Bild: EPA

Die vier Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft richten sich mit einem Wahl-Appell an die Wähler. Wen soll solch ein Einschlaf-Appell an die Urne treiben?

          Ein zündendes Thema hat der Europawahlkampf in Deutschland vierzehn Tage vor der Abstimmung noch nicht gefunden. Selbst die Spitzenkandidaten der etablierten Parteien sind wenig bekannt. Sie tun auch nicht viel, um dies zu ändern.

          Jedenfalls scheuen sie das Risiko, sich mit Positionen zu Wort zu melden, die Aufmerksamkeit wecken könnten. Stattdessen spricht SPD-Frontfrau Katarina Barley von einer „Richtungswahl“, Unionskandidat Manfred Weber von einer „Schicksalswahl“, ohne dass es ihnen gelingen will, die Dramatik zu belegen. Kein Wunder, wirtschaftlich läuft es in der EU noch recht gut.

          Auch der Wahl-Appell der vier Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft wird das Interesse nicht beleben, deutet doch schon sein Motto „Wirtschaft für Europa“ auf erwartbare Reklame. Stark, vielfältig, wettbewerbsfähig und geeint, wünscht sich die Wirtschaft die EU. Wer hätte es gedacht?

          Bloß keinen Finger auf wunde Punkte legen, wie den Rückstand auf wichtigen Zukunftsfeldern. Bloß keine kritischen Fragen stellen, etwa zum überdimensionierten Agrarhaushalt. Forderungen, an denen die Kandidaten aus Sicht der Wirtschaft zu messen wären, traut man sich schon gar nicht zu. Wen soll dieser Einschlaf-Appell an die Urne treiben?

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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