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Senkung der Abgasvorgaben : Europas Autobauer stellen ihr Klimaziel infrage

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Ein Volkswagen Arteon fährt mit einem mobilen Testgerät während eines WLTP-Abgastests auf der Straße. Bild: dpa

In Bangkok beginnt heute eine „Dringlichkeitssitzung“ für das Klima der Welt. Europas Autobauer hingegen wollen an ihren eigenen Klimazielen rütteln – schließlich wolle man „realistisch“ bleiben.

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          Die Europäische Autoindustrie stellt die Einhaltung der vorgeschriebenen Klimaziele für 2021 in Frage und kämpft für eine Senkung der geplanten Vorgaben für die Jahre bis 2030. „In unserer Branche herrscht große Sorge, ob wir das Ziel für 2021 erreichen, denn das wird natürlich schon kniffelig“, sagte der Generalsekretär des Dachverbands Acea, Erik Jonnaert. Auch deshalb müssten die längerfristigen Ziele „realistisch“ bleiben.

          Seit 2009 gilt in der Europäischen Union die Vorschrift, dass Neuwagen eines Herstellers spätestens 2021 im Durchschnitt nur noch 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen dürfen. Tatsächlich lag der Wert 2017 im Schnitt bei 118,5 Gramm – mit leicht steigender Tendenz. „Trotz der Anstrengungen, die wir als Hersteller unternommen haben, steigen die CO2-Emissionen nun zum ersten Mal“, bestätigte Jonnaert. Grund sei der Abstieg des Diesels, der weniger verbraucht als Benziner. Trotzdem versuchten die Hersteller alles, die Vorgaben noch zu erreichen, zumal sonst hohe Strafen fällig würden, betonte Jonnaert.

          „Dringlichkeitssitzung“ in Bangkok

          In Thailands Hauptstadt Bangkok hat derweil am Dienstag die wichtige Vorbereitungskonferenz zum diesjährigen Klimagipfel der Vereinten Nationen begonnen. Bei dem sechstägigen Treffen soll der Gipfel vorbereitet werden, der im Dezember im polnischen Kattowitz stattfinden wird. Insgesamt werden mehr als 2000 Delegierte erwartet. Ziel der beiden Konferenzen ist es, die Beschlüsse des Klimagipfels von Paris 2015 in ein festes Regelwerk zu fassen.

          Der amtierende Vorsitzende der Konferenz, Fidschis Ministerpräsident Frank Bainimarama, forderte die mehr als 190 beteiligten Nationen auf, die bisherigen Beschlüsse endlich auch umzusetzen. „Wir müssen das Abkommen von Paris von Worten zu Taten machen“, sagte er. Viele Experten kritisieren, dass der Klimaschutz kaum vorankommt. Bainimarama sagte, das Treffen in Bangkok müsse als „Dringlichkeitssitzung“ genutzt werden.

          In Paris hatte die Weltgemeinschaft vereinbart, die globale Erwärmung bei höchstens 2 Grad – möglichst sogar bei nur 1,5 Grad – zu stoppen. Gemeint ist die mittlere Temperatur im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten. Die Ziele erfordern bis 2050 eine Abkehr von Kohle, Öl und Gas sowie einen Umbau der Weltwirtschaft.

          Dennoch lehnte der Autoverband Acea Pläne der EU-Kommission erneut ab, für die Jahre 2021 bis 2030 eine weitere Senkung der CO2-Werte um 30 Prozent vorzuschreiben. Manager Jonnaert warnte das Europaparlament dringend davor, dieses Ziel sogar auf 50 Prozent zu erhöhen. Realistisch seien nur 20 Prozent. „Natürlich fühlt sich das gut an, auf dem Papier ein hohes Reduktionsziel zu haben, aber wir wollen sicherstellen, dass das, was aufgeschrieben wird, zumindest in unserer Branche auch erfüllt wird.“

          Der Klimaschutz steckt in der Krise, seit Amerikas Präsident Donald Trump das Pariser Abkommen aufgekündigt hat. Der jüngste Hitzesommer hat zudem die Sorge geschürt, dass der Klimawandel schneller voranschreitet als befürchtet. Deutschland wird in Bangkok durch eine Klimaschutz-Expertin aus dem Bundesumweltministerium vertreten.

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