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Europäische Zentralbank : Tumpel-Gugerell kann ins EZB-Direktorium einziehen

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Belgien hat die Vorbehalte gegen die österreichische Notenbankerin Tumpel-Gugerell aufgegeben.

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          Der Weg für die Österreicherin Gertrude Tumpel-Gugerell in das Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) ist frei. Belgien hat nach Zeitungsberichten den Widerstand gegen die Vizepräsidentin der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) aufgegeben. Damit kann Tumpel-Gugerell im Juni der Finnin Sirkka Hämäläinen ins EZB-Direktorium nachfolgen.

          Belgien will den Berichten folgend nicht mehr auf seinem Kandidaten Paul de Grauwe beharren. Belgien war das einzige Land im Euro-Raum, das noch einen Gegenkandidaten zu der Östereicherin aufgestellt hatte. Schon im vergangenen Jahr hatte Belgien vergeblich versucht, de Grauwe als Vizepräsidenten der EZB durchzusetzen. Damals hatten die anderen Euro-Staaten den Griechen Lucas Papademos bevorzugt und Belgien musste wie nun auch nach. Ob überhaupt und welche Gegenzusage Belgien bekommen hat, ist offen.

          Tumpel-Gugerell muss noch offiziell von den Staats- und Regierungschefs einstimmig nominiert werden. Das gilt als sicher, da sich außer Belgien kein Staat gegen sie ausgesprochen hatte. Das Europäische Parlament (EP) hatte schon für den 29. April eine Anhörung von Tumpel-Gugerell angesetzt; das EP kann die Berufung aber nicht verhindern. Auch aus der Europäischen Zentralbank (EZB) ist kein Widerstand zu erwarten, hat sich Tumpel-Gugerell doch als Notenbankerin schon einen Ruf erworben.

          Tumpel-Gugerell ist 50 Jahre alt. Sie arbeitet seit 1985 in der OeNB. Seit 1997 gehört sie dem Direktorium der OeNB an, seit 1998 ist sie Vize-Gouverneurin. Tumpel-Gugerell gilt als Spezialistin unter anderem für Fragen der Bankenaufsicht. Sie ist Vorsitzende des Beratenden Bankenausschusses der EU, dessen Arbeitsschwerpunkte in jüngster Zeit bei der Umsetzung von Basel II (neue Eigenkapitalrichtlinien) und in der Integration der neuen Mitglieder in der EU liegen. In der EZB ist sie Mitglied des Komitees für Bankenaufsicht.

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