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Europäische Zentralbank : Eine Frau im EZB-Direktorium

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Die Diskussion um die Nachfolge der EZB-Direktorin Sirkka Hämäläinen hat begonnen. Österreich und Belgien wollen im obersten Führungsgremium der Notenbank vertreten sein.

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          Auch nach dem Ausscheiden von Sirkka Hämäläinen aus dem Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) könnte weiter eine Frau in dem obersten Führungsgremium der Zentralbank vertreten sein. Die Nachfolgefrage spitzt sich derzeit auf zwei Kandidatinnen zu: die Belgierin Marcia de Wachter, und die Österreicherin Gertrude Tumpel-Gugerell. Beide sind Vize-Gouverneurinnen der jeweiligen Notenbanken.

          Die 63 Jahre alte Finnin Sirkka Hämäläinen wird im Mai 2003 regulär aus dem EZB-Direktorium ausscheiden. Laut Informationen der „Börsenzeitung“ zeichnet sich informell wachsendes Einvernehmen ab, dass danach erneut eine Frau in das EZB-Spitzengremium einziehen soll. Die Zeitung beruft sich dabei auf Kreise der europäischen Finanz- und Geldpolitik. Der belgische Premier Guy Verhofstadt werde in der kommenden Woche einen Kandidaten benennen, heißt es weiter. Frau de Wachter gehöre zu den Anwärtern.

          Schon im November vergangenen Jahres hatte die Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im
          Europäischen Parlament, Christa Randzio-Plath, gefordert, das „EZB-Direktorium dürfe kein Männerclub werden“.

          Österreich und Belgien im Streit?

          Sowohl Österreich und Belgien scheinen dem Bericht zufolge entschlossen zu sein, um einen Platz im EZB-Direktorium zu kämpfen. Beide Länder waren 1998 Gründungsmitglieder der Europäischen Währungsunion; sie hatten aber bislang kein Mitglied des Direktoriums gestellt.

          Belgien hatte schon im vergangenen Jahr den Ökonomen Paul de Grauwe als Nachfolger für den damals scheidenden EZB-Vize Christian Noyer vorgeschlagen. Damals war spekuliert worden, dass Belgien eine Pro-forma-Bewerbung durchführe, um Anspruch auf die Nachfolge Hämäläinens anzumelden. Nachfolger Noyers ist seit Juni 2002 der Grieche Lucas Papademos.

          Die 50-jährige Tumpel-Gugerell arbeitet seit 1985 in der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Seit 1997 gehört sie dem Direktorium der OeNB an, seit 1998 ist sie Vize-Gouverneurin.

          De Wachter ist 49 Jahre alt. Sie arbeitet seit 1988 in unterschiedlichen Positionen in der Belgischen Nationalbank (BNB). Zuvor war sie Wissenschaftlerin tätig. Seit 1999 gehört sie dem BNB-Direktorium als Vize-Gouverneurin an.

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