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Europäische Zentralbank : Belgien nominiert EZB-Kandidaten

  • Aktualisiert am

Belgien hat den Ökonomen und EZB-Kritiker Paul de Grauwe zum Kandidaten für das EZB-Direktorium nominiert. Weitere Kandidaten werden aus Österreich und Irland erwartet.

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          Das Rennen ist eröffnet: Belgien hat den Ökonomen Paul de Grauwe zum Kandidaten für das Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) nominiert. Das sagte ein Regierungssprecher in Brüssel. Nach dem Willen Belgiens soll de Grauwe Nachfolger der Finnin Sirkka Hämäläinen werden.

          Hämäläinen scheidet im Mai regulär aus der EZB-Direktorium aus. Weitere Nominierungen für die Nachfolge werden aus Österreich und Irland erwartet.

          Der österreichische Finanzminister Karl-Heinz Grasser sagte in Wien, die Chancen stünden gut, dass seine Regierung einen Kandidaten nominieren könnte. Er ziehe eine Kandidatin vor. Im Gespräch ist schon seit längerem die Vize-Gouverneurin der Oesterreichischen Nationalbank, Gertrude Tumpel-Gugerell. Laut Grasser wird auch Irland eine Kandidatin benennen.

          „Es ist wahrscheinlich, dass der Posten wieder mit einer Frau besetzt werde“, sagte Grasser. Damit hätte der belgische Kandidat keine Chancen und es käme zum Krach zwischen den EU-Regierungen.

          De Grauwe zum Zweiten

          Schon im vergangenen Jahr hatte die belgische Regierung de Grauwe vorgeschlagen, damals für das Amt des Vize-Präsidenten der EZB. Die Staaten des Euro-Raums einigten sich aber auf den Griechen Lucas Papademos.

          Der 56-Jährige de Grauwe ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Katholischen Universität Leuven. Der geldpolitische Experte ist zugleich Senator der Liberalen Partei. Er hat sich wiederholt sehr kritisch zur Geldpolitik der EZB geäußert. De Grauwe hält der EZB unter anderem vor, zu langsam und zu wenig vorausschauend auf wirtschaftliche Entwicklungen zu reagieren.

          De Grauwe rät der EZB auch, eine höhere Inflationsrate anzupeilen. Die „optimale Inflationsrate“ läge zwischen zwei und drei Prozent. Die EZB hat dagegen Preisstabilität mit einer Rate von mittelfristig unter zwei Prozent definiert.

          Die zweite Nominierung von de Grauwe als belgischer Kandidat kommt überraschend. Beobachter hatten damit gerechnet, dass Belgien die Vize-Gouverneurin der Belgischen Nationalbank, Marcia de Wachter, vorschlagen werde.

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