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Kommentar : Athen hat zu viel Geld

Die Anleger reißen sich um die neue Anleihe Griechenlands. Sie vertrauen darauf, dass Athen im Zweifel wieder von der Europäischen Zentralbank rausgehauen wird.

          Griechenland kehrt an die Märkte zurück. Ist das ein Willkommensgruß für Angela Merkel, die am Freitag Athen besuchen will? Der Chef des Euro-Rettungsfonds warnte vor dem Markttest, man dürfe die Schuldenlast nicht weiter erhöhen und müsse sich überlegen, welchen Preis man zu zahlen bereit sei.

          Trotzdem reißen sich die Anleger um die Anleihe; sie vertrauen darauf, dass Athen im Zweifel wieder von der EZB rausgehauen wird. Denn sie wissen: Die Schuldentragfähigkeit ist nicht gegeben. Obwohl private Gläubiger auf die Rückzahlung von 100 Milliarden Euro verzichten mussten, ist der Schuldenberg auf mehr als 172 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen.

          Insgesamt haben die Euro-Retter Griechenland 240 Milliarden an Krediten eingeräumt, davon allein vom Krisenfonds 134 Milliarden, die im Schnitt mit 1,5 Prozent verzinst werden und 30 Jahre laufen. Wegen der verheerenden Finanzlage möchte Hellas nun eine weitere Aussetzung der Rückzahlung und noch eine Zinssenkung.

          Während der Schuldner also öffentliche Gläubiger um einen weiteren Aufschub bittet, verspricht er Privatanlegern eine Rendite von etwa 5 Prozent. Offenbar hat Athen zu viel Geld für Symbolpolitik.

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