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Schuldenkrise : Moody’s warnt vor steigender Pleitegefahr Griechenlands

  • Aktualisiert am

Moody’s stuft Griechenland weiter ab. Bild: Henning Bode

Die Ratingagentur hält eine Einigung im Schuldenstreit für unwahrscheinlicher und senkt ihre Bewertung für Griechenland. Die Regierung will am Donnerstag ihren Geldgebern neue Reformvorschläge präsentieren. Dazu könnte nun doch der Verkauf von Häfen zählen.

          Wegen des anhaltenden Schuldenstreits mit seinen europäischen Gläubigern hat die US-Ratingagentur Moody’s Griechenlands Kreditwürdigkeit weiter herabgestuft. Sie liegt jetzt mit Caa2 noch tiefer auf Ramschniveau, teilte Moody’s mit. Es bestehe „große Unsicherheit“, ob sich Athen mit seinen europäischen Partnern einigen könne. Daher bleibe auch der Ausblick negativ.

          Gespräche am Donnerstag

          Die anderen großen Ratingagenturen sind kaum zuversichtlicher als Moody’s. Bei Fitch hat Griechenland eine ebenso schlechte Bewertung, bei Standard & Poor’s liegt sie nur eine Stufe höher.

          Für Donnerstag ist ein Treffen mit der sogenannten Brüsseler Gruppe geplant, zu dem Athen neue Vorschläge zur Erhöhung der Staatseinnahmen präsentieren will. Aus Regierungskreisen hieß es, Griechenland prüfe nun doch den Verkauf seiner beiden größten Häfen, damit dringend benötigte internationale Kredite freigegeben werden.

          Häfen könnten doch verkauft werden

          „Das Verhandlungsteam will eine Einigung mit den Geldgebern und wir sind bereit, die Häfen von Piräus und Thessaloniki zu 51 Prozent zu verkaufen“, sagte ein Vertreter der griechischen Regierung. „Es gibt noch keine Entscheidung, aber um einen Deal zu erreichen, könnten wir es tun.“ Nach ihrem Amtsantritt im Januar hatte die Regierung unter Führung der linken Syriza-Partei noch erklärt, sie werde die Privatisierungspolitik der Vorgängerregierungen nicht fortsetzen.

          Die Euro-Länder hatten das Hilfsprogramm für das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland im Februar nochmals bis Ende Juni verlängert. Voraussetzung für weitere finanzielle Hilfe ist eine Liste mit belastbaren Reformen, welche die neue Regierung in Athen bisher aber nicht vorgelegt hat. Termin dafür war eigentlich Ende April.

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