https://www.faz.net/-gqu-802rk

Hilfsprogramm für Griechenland : Schuldenstreit entschärft, aber nicht beendet

Der griechische Finanzminister Varoufakis versuchte die Einigung als Erfolg für Griechenland zu verkaufen Bild: dpa

Die Eurogruppe hat sich mit Griechenland auf eine Verlängerung des Hilfsprogramms um vier Monate geeinigt. Bis Montag muss Athen allerdings eine Liste mit konkreten Reformvorhaben vorlegen.

          Die Krise um die künftige Kredithilfe der Euro-Staaten für Griechenland ist entschärft, aber noch nicht beendet. Die Euro-Finanzminister haben sich am Freitagabend darauf geeinigt, das Hilfsprogramm für Athen um vier Monate zu verlängern. Diese Verlängerung enthält zunächst keine konkreten Finanzierungszusagen und hängt davon ab, dass die Regierung in Athen bis Montag eine Liste von konkreten Reformvorhaben vorlegt, die im Einklang mit den Zusagen der Vorgängerregierung im laufenden Programm stehen müsse. (Der Zeitplan im Überblick)

          Werner Mussler

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Diese Liste wird anschließend unmittelbar von den Fachleuten des Internationalen Währungsfonds, der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank auf ihre Vereinbarkeit mit dem Programm geprüft. Die griechische Regierung sagte zu, sie wolle das Programm bis zum 30. Juni erfolgreich abschließen. Erst danach kann es gegebenenfalls ein Anschlussprogramm geben. (Die fünf wichtigsten Punkte der Einigung)

          Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem sagte, möglich sei wohl auch eine Folgevereinbarung für Griechenland, in der der IWF als wesentlicher Geldgeber Athens „auch weiterhin seine Rolle spielen“ werde. „Das ist ein sehr positives Ergebnis“, sagte der Niederländer. Er sprach von Vertrauen auf Grundlage von Vereinbarungen. „Heute Abend gab es den ersten Schritt, um wieder Vertrauen aufzubauen“, sagte Dijsselbloem.

          EU-Währungskommissar Pierre Moscovici sagte, die Einigung sei nicht nur im Interesse Griechenlands, sondern ganz Europas. Sie ermögliche es Athen, eigene Ziele umzusetzen, aber auch Verpflichtungen einzuhalten. In Verhandlungskreisen hatte es zuvor geheißen, die Griechen hätten „schwere Kost schlucken“ müssen. Dijsselbloem habe den Griechen einen Entwurf der Eurogruppe vorgelegt, in dem die Forderungen der anderen 18 Euroländer zusammengefasst seien. Diesem Katalog hat die griechische Seite im Wesentlichen zugestimmt.

          Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis sprach von einem Schritt in die richtige Richtung. Griechenland erhalte mehr Spielraum, seine Wirtschaft zu stärken und dadurch auch schneller mehr Geld als geplant zurückzuzahlen. Das Treffen habe gezeigt, dass die Isolierung Griechenlands in der Eurogruppe der Vergangenheit angehöre.

          Weitere Themen

          Zehn Luftfahrtbehörden checken Boeing 737 Max

          Unter Amerikas Leitung : Zehn Luftfahrtbehörden checken Boeing 737 Max

          Durch insgesamt zehn Luftfahrtbehörden – und unter der Leitung der Amerikaner – wird die zuletzt fehlerhafte Boeing 737 Max überprüft. Bis der Flieger wieder mit Passagieren starten darf, sollen allerdings noch mindestens drei Monate vergehen.

          Topmeldungen

          Mitglieder und Freiwillige der ukrainischen Bürgerinitiative „Widsitsch“ am Samstag auf dem Majdan in Kiew

          Präsidentenwahl in der Ukraine : Die letzte Chance gegen den „Magier“

          Am Tag vor der Stichwahl um das Präsidentenamt ist das Wahlkämpfen verboten. Doch die Aktivisten von „Widsitsch“ stehen trotzdem auf dem Majdan – um zu „informieren“. Sie versuchen, dem „Komiker“ Selenskyj doch noch Wähler abzujagen.

          0:6 in Augsburg : Weinzierl muss nach Stuttgarter Debakel gehen

          Die Blamage von Augsburg ist zu viel. Nur wenige Stunden nach dem 0:6 wirft der VfB Stuttgart den zweiten Trainer in dieser Saison raus. Markus Weinzierl muss gehen. Einen Interimscoach gibt es auch schon.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.