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Griechenland : Ela-Kredite in Athen erreichen fast Rekordniveau

Nationale Notenbanken wie die Athener Zentralbank dürfen Notkredite an finanziell gesunde Banken „mit vorübergehenden Liquiditätsproblemen“ vergeben. Bild: Reuters

Mit einem umstrittenen Instrument hält die griechische Notenbank die Banken flott. Das Volumen dieser Notkredite eignet sich als Seismograph für die Krise des Landes.

          Als Giannis Varoufakis noch nicht Finanzminister war, besaß er eine klare Meinung zu den Notkrediten der Athener Zentralbank, der Bank of Greece, an die griechischen Geschäftsbanken: „Das Ela-System gestattet einfach nur den bankrotten Banken, die ein bankrotter Fiskus nicht zu retten vermag, sich von der Bank of Greece Geld gegen Pfänder zu leihen, die nicht viel wert sind.“

          Gerald Braunberger

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Das seit mehreren Monaten andauernde Tauziehen zwischen der griechischen Regierung und ihren Gläubigern ist nur möglich, weil die unter Geldabflüssen und fragwürdigen Krediten leidenden griechischen Geschäftsbanken immer wieder Notkredite von der Bank of Greece, der nationalen Zentralbank des Landes, erhalten. In der Wochenmitte wurde die Obergrenze für diese Notkredite um 2,3 auf 83 Milliarden Euro erhöht. Das Volumen dieser Kredite eignet sich als Seismograph für die Krise des Landes. Nach Ausbruch der Krise im Jahre 2010 waren diese Kredite sehr stark gestiegen; aber in der Zwischenzeit hatten sie sich stark verringert. Seit wenigen Monaten steigt das Volumen wieder deutlich, und die laufende Obergrenze von 83 Milliarden Euro kann durchaus noch erhöht werden.

          Der Begriff „Ela“ steht für den Anglizismus Emergency Liquidity Assistance. Es handelt sich um Notkredite, die von den nationalen Zentralbanken in der Währungsunion eigentlich nur an grundsätzlich solvente, also finanziell gesunde Banken „mit vorübergehenden Liquiditätsproblemen“ vergeben werden sollen. Diese Kredite werden von der nationalen Zentralbank auf eigenes Risiko vergeben; allerdings muss der Zentralbankrat der EZB die Hilfen genehmigen.

          Nach Ansicht von Kritikern wird das Instrument im Falle Athens missbraucht, da es sich nicht mehr um vorübergehende Liquiditätshilfen, sondern um längerfristige Hilfen zur Konkursverschleppung handele. Kritik äußert unter anderen Bundesbankpräsident Jens Weidmann.

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