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Anekdoten aus der Praxis : Die skurrilsten Fälle griechischer Korruption

  • Aktualisiert am

Laut der griechischen Korruptionsbehörde gibt es die meisten Bestechungen im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen (Illustrationsfoto). Bild: dpa

Wenn es keine Korruption mehr gäbe, käme Griechenland ohne internationale Hilfe aus, sagt der oberste Korruptionsbeauftragte und nennt die krassesten Beispiele.

          33 Milliarden Euro pro Jahr kostet die Korruption Griechenland nach Behördenangaben. Würde das Land die Korruption in den Griff bekommen, wäre es bald nicht mehr auf internationale Hilfe angewiesen. Das zumindest sagte der Chef der Behörde zur Bekämpfung von Korruption, Leandros Rakintzis, der griechischen Tageszeitung „Kathimerini“.

          Rakintzis beklagte während der Diskussion in einem Buchladen auch den fehlenden Willen der griechischen Regierung, die Korruption endlich einzudämmen. Das sei der Hauptgrund dafür, dass sich die Situation nicht bessere. Die Politik müsse sich beim Thema entschlossener zeigen, so der Korruptionsbeauftragte. „Alle Regierungen behaupten, sie wollen die Korruption ausrotten und tun, 'was auch immer nötig ist', aber ich habe noch niemanden gesehen, der das macht“, so Rakintzis.

          Belohnung für vernichtete Operationsinstrumente

          Rakintzis erwähnte einige krasse Fälle:

          • Ein Bürgermeister habe aus einem von der EU subventionierten Fonds für die Infrastruktur seiner Kleinstadt nordwestlich von Athen zehn Millionen Euro erhalten. Diese Gelder zahlte er auf ein auf seinen Namen geführten Konto einer Schweizer Bank ein. Als dies entdeckt wurde, sagte er zur Begründung, dort sei es sicherer.
          • Ein Arzt eines staatlichen Krankenhauses hatte auch eine private Praxis, was in Griechenland verboten ist. Als Mitarbeiter der Kontrollbehörde sieben Leute im Warteraum der Praxis entdeckten, sagte der Mediziner, alle seien Verwandte und Bekannte, die ihm zu seinem Geburtstag gratulieren wollten.
          • Berühmt sind den Angaben zufolge auch die sogenannten Kouvanischen Gelder für Ärzte. Teure Hilfsmittel wie Ballonkatheder landen bei Operationen als „nicht geeignetes Material“ im Eimer (griechisch: Kouvas). Das Krankenhaus muss neue beim Hersteller kaufen. Dabei erhalten die Ärzte einen Dankeschön-Betrag vom Unternehmen.

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