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Eigenkapitalregeln : „Banken sollen exzessive Risiken zurückfahren“

Andreas Dombret, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, im Gespräch Bild: dpa

Bundesbank-Vorstand Dombret sagt, dass große Institute wegen der neuen Regeln ihr Eigenkapital im Schnitt um mindestens 10 Prozent aufstocken müssen.

          Die neuen Eigenkapitalregeln sind zwar für deutsche Banken kein Wunschergebnis, aber die Auswirkungen sind insgesamt beherrschbar. So fasst Andreas Dombret, im Bundesbankvorstand für die Bankenaufsicht zuständig, die Einigung der Notenbanken und Bankenaufseher zusammen. Im Basler Ausschuss für Bankenaufsicht hat Dombret zusammen mit Raimund Röseler, dem obersten Bankenaufseher der deutschen Finanzaufsicht Bafin, jahrelang an dem Abschluss des neuen internationalen Regelwerks für Banken „Basel III“ mitgewirkt.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im Basler Ausschuss, dem die Notenbanken und Aufsichtsbehörden aus 27 Ländern sowie der Europäischen Union angehören, hatten sich Europäer und Amerikaner lange Zeit nicht einigen können. „Wir wollten den Banken einen noch größeren Spielraum in der Verwendung interner Risikomodelle zur Berechnung ihres Eigenkapitalbedarfs erhalten“, sagt Dombret im Gespräch mit dieser Zeitung. Die amerikanischen Vertreter in dem Gremium, das der in Basel sitzenden Bank für Internationalen Zahlungsausgleich („Bank der Zentralbanken“) angegliedert ist, wollten die internen Risikomodelle ursprünglich ganz untersagen. In dem Beschluss, den die Notenbankgouverneure und Chefs der Aufsichtsbehörden am vergangenen Donnerstag in Frankfurt fassten, wird der Einsatz dieser internen Methoden zwar eingeschränkt, sie sind aber weiterhin bis zu einem gewissen Maß zulässig. „Letztlich müssen und können wir mit dem Ergebnis leben“, zeigt sich Dombret zufrieden. Mit der Einigung besteht weiterhin ein international verbindlicher Aufsichtsrahmen für Banken. Das bedeutet, es gibt keine Schlupflöcher in Ländern mit laxeren Regeln. Zudem können nationale Behörden ihre Banken nur sehr eingeschränkt vor ausländischen Wettbewerbern schützen.

          Basel III soll auf bessere Vergleichbarkeit zielen

          Allerdings dürften für die amerikanischen Institute die zusätzlichen Kapitalanforderungen sehr gering sein, denn sie hätten ja bisher auch keine internen Risikomodelle verwenden dürfen, räumt Dombret ein. Europäische Banken fühlen sich deshalb benachteiligt. Nach Angaben von Dombret betreffen die neuen Regeln zu den Modellen in Deutschland rund 50 von knapp 1800 Instituten. Für die großen Häuser werde die zusätzliche Eigenkapitalanforderung im Durchschnitt im niedrigen zweistelligen Prozentbereich liegen. Die kleineren Institute, die bislang keine internen Risikomodelle verwendet hätten, weil sich diese für sie nicht rechneten, könnten sogar teilweise von Entlastungen ausgehen. „Denn der Standardansatz zur Messung der Bilanzrisiken sieht etliche Erleichterungen vor.“

          Dombret ist davon überzeugt, dass die deutsche Kreditwirtschaft die härteren Vorgaben angesichts der langen Umsetzungsfrist bis zum Jahr 2027 bewältigen wird. Der Basler Ausschuss zielte mit dem Abschluss des Basel-III-Reformpakets nicht auf höhere Eigenkapitalanforderungen, sondern auf eine bessere Vergleichbarkeit der Banken, in dem die Verwendung interner Risikomodelle deutlich eingeschränkt wird. Vor allem in Europa ist es zu einem regelrechten Wildwuchs gekommen, weil Banken diese Modelle auch eingesetzt haben, um sich nach Ansicht einiger Aufseher „schönzurechnen“. Dombret entgegnet: „Die internen Risikomodelle sind von den Aufsehern immer sehr genau geprüft worden, das Genehmigungsverfahren ist anspruchsvoll.“

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