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Eurokrise : Zentralbank: Zypern braucht zehn Milliarden Euro Banken-Hilfe

  • Aktualisiert am

Zypern könnte als viertes Euroland unter den Rettungsschirm kommen. Bild: dpa

Um seine maroden Banken zu stützen, braucht Zypern wohl zehn Milliarden Euro, schätzt die Notenbank des Landes. Die enge Verflechtung mit Griechenland belastet den Inselstaat.

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          Zypern benötigt nach Einschätzung der Zentralbank etwa zehn Milliarden Euro, um seine maroden Banken zu stützen. „Niemand kann den Kapitalbedarf mit Sicherheit vorhersagen. Wir denken, dass die Zahl auf zehn Milliarden Euro hinauslaufen wird“, sagte Zyperns Zentralbankgouverneur Panicos Demetriades am Freitag.

          Darin seien bereits die 1,8 Milliarden Euro an Staatshilfen enthalten, die das zweitgrößte zyprische Geldhaus Cyprus Popular Bank nach hohen Abschreibungen auf griechische Wertpapiere bekommen hatte. Das von einer Insolvenz bedrohte Euroland hatte im Sommer einen Antrag auf Hilfen des Euro-Rettungsschirms ESM gestellt.

          Hilfe an Zypern ist in Deutschland auch deswegen umstritten, weil ein geheimes Dossier des Bundesnachrichtendienstes offenbar nahelegt, dass damit vor allem russischen Schwarzgeldkonteninhabern geholfen würde.

          Eng verflochten mit Griechenland

          Die Geldhäuser in dem drittkleinsten Staat des Euroraums sind eng mit dem Krisenherd Griechenland verflochten. Zypern wäre nach Griechenland, Irland und Portugal das vierte Land unter dem Euro-Rettungsschirm.

          In zyprischen Regierungskreisen war zuletzt von einem Hilfspaket im Volumen von insgesamt 17,5 Milliarden Euro die Rede gewesen. Das entspräche nahezu dem Wert der kompletten jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes. Die Geldgeber wollen zunächst eine Bewertung des Kapitalbedarfs der zyprischen Banken abwarten, deren Schieflage das Land in die Bredouille brachte. Das Gutachten soll bis zum 7. Dezember vorliegen.

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