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Hilfe für Italien : Illusion China

Auch in Rom hofft manch einer auf das Reich der Mitte. Bild: EPA

Wer sich Eurobonds verweigere, liefere Italien erst den Populisten und anschließend den Chinesen aus, behaupten manche. Sie übersehen mindestens zwei Dinge.

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          Der Renditeabstand zwischen zehnjährigen italienischen und deutschen Staatsanleihen ist am Dienstag mit 2,5 Prozentpunkten auf seinen höchsten Stand seit der Ankündigung des neuen Anleihekaufprogramms der EZB Mitte März gestiegen. Der Anstieg ist spürbar, aber nicht dramatisch. In ihm drückt sich die Erwartung einer Einigung der Staats- und Regierungschefs am kommenden Donnerstag auf ein Finanzierungspaket aus, das aber nicht die von Italien gewünschten Eurobonds enthalten dürfte.

          In der Debatte wird gelegentlich in Deutschland die These vertreten, man liefere Italien erst den Populisten und anschließend den Chinesen aus, wenn man sich der Forderung nach Eurobonds verweigere. Aber glaubt irgendjemand, die Chinesen würden Italien umfangreiche finanzielle Hilfen wie die EU anbieten, ohne strenge Auflagen zu verlangen?

          Und wer soll glauben, die Chinesen würden Italien finanzielle Unterstützung anbieten, während gleichzeitig Politiker wie Matteo Salvini und radikale Vertreter der Fünf Sterne oder der Neofaschisten die Geldgeber beleidigen? So blöd sind die Chinesen nicht. Das dürfte auch Salvini wissen.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

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