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Euro-Umstellung : Die Bahn überrascht mit Preiserhöhungen bis zu zehn Prozent

  • Aktualisiert am

Die Bahn kommt, mit Preiserhöhungen. Bild: ddp

Ohne weitere Ankündigungen hat die Bahn mit der Euro-Umstellung ihre Preise erhöht. Für Pendler im Nahverkehr eine unangenehme Überraschung zum Jahresbeginn.

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          Im Zuge der Euro-Umstellung hat die Bahn nicht wie angekündigt die Preise lediglich aufgerundet. Sondern die Kosten für Tickets bis zu zehn Prozent erhöht. Besonders der Nahverkehr wurde von dieser Preiserhöhung zum Jahresbeginn unangenehm überrascht. Der Fahrgast-Verband Pro Bahn wirft der Bahn mangelnde Informationspolitik vor.

          Bis zu 4,9 Prozent teurer werden Zugfahrten unter 160 Kilometern Entfernung nach Angaben des Unternehmens, bei Wochenkarten im Fernverkehr kann der Preisunterschied sogar bis zu zehn Prozent betragen. Letztere seien im Vergleich zu Monatskarten zu günstig gewesen und müssten stärker verteuert werden, sagte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis.

          Pro Bahn: "Umgang mit der Öffentlichkeit nicht sehr kundenfreundlich"

          Noch am Neujahrstag wurde davon gesprochen, dass sich die Fahrpreise der Bahn bei der Euro-Umstellung nur im Promillebereich ändern würden. Sprecher Steffen Felger betonte jetzt, dass diese erste Preiserhöhung seit zwei Jahren mit der Euro-Einführung nichts zu tun hätte. Sie sei angesichts gestiegener Kosten notwendig und bereits im letzten Jahr angekündigt worden.

          Der Fahrgast-Verband Pro Bahn hat zwar Verständnis für diese Maßnahme, bemängelt aber stark die Art und Weise der Erhöhungen. Pro Bahn-Bundesvorsitzender Karl-Peter Naumann: "Der Umgang mit der Öffentlichkeit ist - gelinde gesagt - nicht sehr kundenfreundlich. Wenn man schon die Preise erhöht, muss man das offiziell und laut sagen, damit der Kunde das auch weiss."

          Ticket-Hotline wird ebenfalls teurer

          Bis jetzt sind ein Drittel der Fahrkartenautomaten der Bahn umgerüstet worden. Glück hat, wer an den verbleibenden zwei Dritteln der rund 10.000 Automaten sein Ticket kauft: Hier gelten noch die alten Preise, weil sich eine Erhöhung vor der Euro-Umstellung der Geräte nicht gelohnt habe, sagte Felger. "So lange man noch einen D-Mark-Automaten sieht, sollte man also den noch nutzen."

          Die Fahrkarten sind nicht der einzige Bereich, der teurer wird: Zum 1. Juli 2002 erhöht das Unternehmen den Preis für einen Anruf bei den bahneigenen Call-Centern von 12 Cent auf 61 Cent (1,19 Mark) pro Minute. Der Grund: Abschreckung. Weil viele der 30 Millionen Anrufer die Ticket-Hotline als Auskunftsstelle für Fahrpläne genutzt hätten, seien die Zentren als Vertriebsweg zu teuer, sagte Bahnsprecher Hans-Gustav Koch. Ziel sei es, Kunden zu ermuntern, ihre Fahrkarten auf anderem Weg zu kaufen. Gleichzeitig soll ein ein kostenloses automatisches Auskunftssystem eingeführt werden.

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