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Skulptur in Frankfurt : Ist der Euro noch zu retten?

  • Aktualisiert am

Die Euro-Statue zu ihren Glanzzeiten. Bild: Wolfgang Eilmes

Die Euro-Skulptur vor dem alten Sitz der EZB ist in keinem guten Zustand. Doch die Kosten für die Instandhaltung können sich die Betreiber nicht leisten. Nun hoffen sie auf Spenden.

          14 Meter hoch, ein blaues Eurozeichen umringt von 12 goldenen Sternen: Sie wurde einst als Wahrzeichen für die europäische Einheitswährung geschaffen, doch nun verschlechtert sich der Zustand der Euro-Skulptur vor dem alten Sitz der europäischen Zentralbank in Frankfurt zusehends.

          Auf 60.000 Euro könnten sich die Kosten für die Instandhaltung der Skulptur allein in diesem Jahr belaufen. Für das Frankfurter Kultur Komitee, das bislang für die Pflege der Statue aufkam, ist das nicht bezahlbar. Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, hoffen die Kulturförderer nun auf Spenden aus dem Bankensektor.

          Schauspiel-Intendant fordert Abriss

          Normalerweise beziffern sich die Ausgaben für die Pflege der Statue auf 15.000 bis 20.000 Euro im Jahr. Dieses Jahr steht der Austausch der Glühbirnen an. Effizientere LED-Lampen sollen die veralteten Leuchten ersetzen. Neben diesem größeren Vorhaben soll es weitere kleine Ausbesserungsarbeiten geben. So malten Unbekannte beispielsweise einen der Sterne in kommunistischem rot an.

          Aber auch in weniger radikalen Kreisen ist die Statue nicht ganz unumstritten. Oliver Reese, Intendant am Schauspiel Frankfurt, forderte im „Wall Street Journal“ den Abriss der Statue. Der Autor Matthias Altenburg bezeichnete sie als ein Götzenbild des Geldes und eine Zumutung für arme Menschen. Der Künstler hinter der Statue, Ottmar Hörl, vertritt eine andere Auffassung. Er sieht in der Statue ein Symbol für den Stolz Frankfurts, das auf eine lange Handelsgeschichte zurück blicken kann. Von der Stadt Frankfurt selbst ist keine Unterstützung zu erwarten. Zwar war aus offiziellen Kreisen der Stadt zu hören, die Statue sei wichtig. Ausgaben für die Instandhaltung seien allerdings nicht vorgesehen.

          Umso mehr wird es auf die Spendenaktion ankommen, die das Frankfurter Kultur Komitee ins Leben gerufen hat. Mit dem Versprechen einer Namensgravur auf einer eigens zu dem Zweck entworfenen Tafel will das Komitee großzügige Spender anlocken. Die Statue selbst war 2001 errichtet worden. Ursprünglich sollte sie nur für wenige Monate stehen bleiben. 2002 entschied sich die Stadt Frankfurt dann aber für einen langfristigen Verbleib.

          Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels wurde die Aussage, die EZB-Statue sei ein Götzenbild des Geldes und eine Zumutung für arme Menschen Oliver Reese, dem Intendanten am Schauspiel Frankfurt, zugeschrieben. Das ist nicht richtig, die Aussage stammt von dem Autor Matthias Altenburg. Wir haben den Fehler korrigiert.

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