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Euro-Kommentar : Hungersnot in Euroland

  • -Aktualisiert am

Frontalangriff: Jean-Claude Juncker Bild: dpa

Angela Merkel lehnt Euro-Anleihen ab. Deshalb schlägt Jean-Claude Juncker, Chef der Eurogruppe um sich. Dabei hat er einst selbst eine Transferunion kategorisch ausgeschlossen. Daran hätte er sich vor seinem Frontalangriff erinnern sollen.

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          Der Chef der Eurogruppe schlägt um sich. Weil Angela Merkel nach der „Rettung“ von Griechenland, Irland und den Banken nicht auch noch gemeinsame Euro-Anleihen auflegen will, greift Jean-Claude Juncker die Bundeskanzlerin frontal an. „Deutschland denkt da ein bisschen simpel“, belehrt der Luxemburger sie. Es sei sehr uneuropäisch, Tabuzonen zu errichten.

          Ist es europäisch, die EU-Verträge zu beugen und das Verbot der Solidarhaftung zu brechen? Wenn eine von allen Mitgliedsländern garantierte Euro-Anleihe aufgelegt wird, damit Staaten mit schlechtem Ruf niedrigere Zinsen bekommen, dann zahlen hierfür die Länder mit guter Bonität mit höheren Zinsen. Diese finanzmathematischen Fakten gelten, auch wenn Juncker noch so oft das Gegenteil behauptet. Gemeinschaftsanleihen machen aus nationalen Schulden Gemeinschaftsschulden.

          Bezahlen müssten das Bürger, Betriebe und Steuerzahler in Niedrigzinsländern mit einem höheren Einheitszins. Die Währungsunion würde zur Transferunion. Undenkbar, versprach Juncker früher einmal: „Es gibt sowenig zusätzliche Transferleistungen in Europa wie eine Hungersnot in Bayern.“ Das war vor der Einführung des Euro.

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