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Euro-Global : Von Andorra bis nach Martinique: Der Euro ist schon eine Weltwährung

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Nahebei lagern mehrere Tonnen Euro Bild: dpa

Der Euro zieht weite Kreise. Ob Inseln in der Karibik, Fürstentümer oder osteuropäische Staaten, überall ist er heiß begehrt.

          Reisen wird ab dem 1. Januar 2002 nicht nur in den zwölf Euro-Ländern einfacher. Sogar ein paar exotischere Reiseziele kann man demnächst ansteuern, ohne den Inhalt der Geldbörse gegen fremde Währung eingetauscht zu haben.

          Innerhalb Europas stellen nicht nur die offiziellen Mitgliedsländer der Währungsunion auf den Euro um, sondern auch einige Drittstaaten. So werden die Fürstentümer Andorra, San Marino und Monaco sowie die Vatikanstadt, wo man bisher mit den Währungen der Nachbarstaaten zahlen konnte, ab dem 1. Januar 2002 die Gemeinschaftswährung einführen. San Marino, Monaco und Vatikanstadt haben sogar das Recht erhalten, eigene Euro-Münzen mit individuellen Rückseiten zu prägen.

          Im Osten offiziell

          In vielen Ländern Osteuropas, in denen die D-Mark als Zahlungsmittel weit verbreitet war, wird der Euro diese Rolle zumindest teilweise übernehmen. Kosovo und Montenegro, in denen seit 1999 die D-Mark offiziell als Zahlungsmittel zugelassen ist, haben nun den Euro einseitig als offizielle Währung deklariert.

          Die Schweiz und Liechtenstein nehmen nicht an der Währungsunion teil. Nichtsdestotrotz wird der Schweizer Franken Konkurrenz bekommen: Eingekreist von Euro-Staaten will man nicht ganz außen vor bleiben, und so haben bereits Tourismus- und Einzelhandelsunternehmen auf breiter Front erklärt, dass der Euro durchaus erwünscht ist und ohne Probleme damit bezahlt werden kann.

          Inseln und Enklaven

          An den Grenzen Europas macht der Euro aber noch lange nicht halt. Schon allein die außereuropäischen Territorien der EU-Staaten machen es nötig, dass große Mengen der neuen Scheine und Münzen eine Seereise antreten müssen. Die spanische Nationalbank muss nicht nur die Kanarischen Inseln, sondern auch die Enklaven Ceuta und Melilla an der marokkanischen Küste beliefern. Portugal schickt den Euro nach Madeira und auf die Azoren.

          Die exotischsten Teilnehmer der Euro-Einführung steuert jedoch Frankreich bei. Schon vor einigen Wochen wurden die Territorialgebiete in Übersee von der französischen Kriegsmarine beliefert. Die mehr als 650 Tonnen Euro gingen in die Karibik nach Guadeloupe und Martinique, an die Nordostküste Südamerikas nach Französisch- Guyana und in den Indischen Ozean zur Insel Réunion.

          Von Afrika bis Kanada

          Ebenfalls ausgestattet wurden die französischen Territorialgebiete Mayotte und St-Pierre-et-Miquelon. Mayotte ist eine Insel in der Straße von Mosambik zwischen dem afrikanischen Festland und Madagaskar. Die Inselgruppe St-Pierre-et-Miquelon liegt dahingegen in weitaus kühleren Gewässern, nämlich vor den Küsten des kanadischen Neufundland - ein Überbleibsel der einst großen Besitztümer Frankreichs in Nordamerika.

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