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Euro : Die D-Mark wird nicht wertlos

  • Aktualisiert am

Mehr als bloße Dekoration Bild: dpa

Offiziell kann ab Donnerstag nicht mehr mit D-Mark bezahlt werden. Doch wertlos ist die alte Währung deshalb nicht.

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          Mit den D-Mark-Noten und Münzen kann nach dem 28. Februar zwar nicht mehr bezahlt werden, wertlos werden sie aber nicht. Offizielle Anlaufstelle für die letzten D-Mark-Bestände sind die Landeszentralbanken. Unbegrenzt und gebührenfrei können die Bürger dort das alte Geld an Schaltern in Euro wechseln. Mit einem Ansturm rechnen die Mitarbeiter allerdings nicht.

          Diesen Luxus bieten neben Deutschland nur Spanien, Irland und Österreich seinen Bürgern. In Belgien und Luxemburg gilt die unbegrenzte Frist nur für die Noten. Bei den anderen Euro-Ländern endet die Umtauschphase zwischen 2012 (Frankreich) und 2032 (Niederlande). Banknoten ausländischer Mitgliederstaaten der Währungsunion akzeptieren die Zentralbanken der Bundesländer bis zum 30. März 2002. Deutschlandweit gibt es 127 Zweigstellen der Landeszentralbanken, die meistens nur vormittags geöffnet sind. Die jeweils nächstgelegene Filiale ist im Internet auf der Seite der Bundesbank (www.bundesbank.de) zu finden.

          Kulanz bei den Banken

          Ihren Kunden zuliebe akzeptieren einige Banken und Sparkassen aber auch nach dem 28. Februar noch der Deutschen alte Währung. Mehr als drei Viertel aller Sparkassen wollen D-Mark-Bestände ihrer Kunden noch bis Ende Juni 2002 in Euro umtauschen. „Das gilt für größere Beträge in Scheinen“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Es liege im Ermessen des Kundenberaters, ob er Münzen und kleinere Beträge akzeptiere. „Wir tauschen DM-Noten aus Kundennähe bis Ende Juni“, teilte die Nassauische Sparkasse, Deutschlands viertgrößte Sparkasse, mit.

          Großzügig zeigt sich auch die Dresdner Bank. Es sei Linie des Hauses, Kunden in den nächsten Monaten nicht zur nächsten Landeszentralbank zu schicken. „Das gilt erst recht in ländlichen Regionen“, betonte ein Sprecher.
          Deutlich kürzer fällt die Kulanzphase bei anderen Privatbanken aus. Sie wollen vor allem ihren Geschäftskunden entgegenkommen. „Wir tauschen noch bis zum 5. März für unsere Kunden D-Mark, um den Firmenkunden entgegenzukommen“, sagte ein Sprecher der Commerzbank. Bei der Postbank gilt: „Ausschließlich für Geschäftskunden ist es möglich, bis zum 2. März die Tageseinnahmen vom 28. Februar einzuzahlen“. Für Privatkunden besteht dieser Service nicht.

          Selbst einige Einzelhändler wollen die D-Mark auch noch im März akzeptieren. „Es ist ja noch Geld, deshalb wird es weiter genommen“, erläuterte Hauptverband des Deutschen Einzelhandels HDE. In den letzten Tagen der Mark erwarteten die Geschäfte aber nur noch wenige Zahlungen in D-Mark, da schon Mitte Januar 99 Prozent aller Barzahlungen in Euro vorgenommen worden seien.

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