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Euro-Countdown : Erhöhter Aufklärungsbedarf

  • -Aktualisiert am

Noch 38 Wochen bis zur Einführung des Euro Bild:

Euro-Serie: Schoko-Euros und Info-Material finden reißenden Absatz im Euro-Info-Zelt, das sich jetzt auf Deutschland-Tour befindet.

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          An der Euro-Schoko-Wurfmaschine neben dem Info-Zelt in der Mannheimer Innenstadt wird ständig nachgeladen. Süße Euro- und Eurocent-Münzen in Gold und Silber fliegen nach vorne und werden schnell von Kinderhänden eingesammelt. „Haben Sie schon mal echte Euro-Münzen in der Hand gehabt?“, fragt der freundliche Bediener der Maschine. „Die sind viel leichter als man denkt!“

          Als einer von wenigen hat er schon einmal „vorfühlen“ dürfen: Bei der Auftaktveranstaltung für die Euro-Zelt-Tour in Berlin eine Woche zuvor lagen für PR-Zwecke bereits einige echte Euro-Münzen aus. Die Besucher des Info-Zelts in Mannheim, der ersten von hundert Stationen der Tour, mussten sich vergangenen Mittwoch aus Sicherheitsgründen allerdings wieder mit den reinen Abbildungen auf Plakaten und Broschüren zufrieden geben - oder eben mit der Schokoladen-Variante.

          Großer Andrang im Euro-Zelt

          Die Aktionsgemeinschaft Euro von Bundesregierung, Europäischer Kommission und Europäischem Parlament tourt gemeinsam mit der Deutschen Bundesbank von April bis Dezember durch ganz Deutschland, um die Menschen über die anstehende Währungsumstellung zu informieren und nicht zuletzt, um ihre Sympathie für den Euro zu wecken. Eingeladen sind auch städtische und kommunale Vertreter, die auf Fragen der Bürger hinsichtlich der Umstellung in ihrer Stadt eingehen sollen.

          Im nur sechs mal sechs Meter großen Zelt herrscht viel Gedränge. Info-Tafeln zeigen die neuen Banknoten und Münzen, ein PC lädt zum Euro-Wissenstest ein, und in einer Ecke plappert ein Fernseher Nützliches zu den Sicherheitsmerkmalen der Scheine, ohne jedoch große Aufmerksamkeit zu erlangen. Diese gilt nämlich vielmehr den ausliegenden Informationsbroschüren, die gleich tütenweise von den Besuchern mitgenommen werden.

          Die Mitarbeiter des Info-Stands kommen mit dem Auffüllen kaum nach. „Wir sind begeistert über die große Resonanz, die wir in solchem Umfang nicht erwartet haben“, freut sich Armin Czysz, Leiter des Service-Zentrums der Aktionsgemeinschaft Euro. „Wir haben in den drei Stunden seit der Öffnung des Zelts fast alle Broschüren verteilt, die wir für zwei Tage vorgesehen hatten.“

          Steigender Informationsbedarf

          Der Ansturm auf das Info-Zelt lässt schließen, dass die Informationskampagnen der mit dem Euro befassten Institutionen langsam Wirkung zeigt. Auch das Bürgertelefon der Aktionsgemeinschaft Euro verzeichnet eine rapide Zunahme der Anrufe von bisher durchschnittlich 350 auf über 500 Anrufe täglich. Als Grund dafür nennt ein Mitarbeiter des Service-Telefons außer den Info-Kampagnen auch die unerwartet stark angestiegene Berichterstattung sowohl in regionalen als auch in überregionalen Medien.

          Auf der Hitliste der meistgestellten Fragen lösen praxisbezogene Themen mittlerweile die allgemeineren ab: „Welche Länder mitmachen bei der Währungsumstellung, fragen die Leute beispielsweise nicht mehr so oft wie noch in den letzten Monaten,“ weiß Czysz. Stattdessen kämen sie nun mit ihren privaten Umstellungssorgen. „Gilt mein Mietvertrag noch, muss ich mein Testament neu schreiben, solche Fragen stehen jetzt im Vordergrund.“

          Weitere Kampagnen geplant

          Die Berater im Zelt bemühen sich, auf die Fragen der Bürger direkt einzugehen. Doch angesichts der Menschenmenge ist ein Durchkommen zur Info-Theke manchmal kaum möglich. „Anbauen wäre sinnvoll“, meint eine Mitarbeiterin, „doch die städtebaulichen Vorschriften lassen das nicht zu“. Viele Besucher begnügen sich damit, die Broschüren einzustecken und einen Blick auf die Info-Tafeln zu werfen.

          Trotzdem „gut informiert“ fühlt sich eine ältere Besucherin. Sie fragt sich allerdings, wohin sie mit ihren Pfennigen soll, die sie für die Brautschuhe ihrer Tochter gesammelt hat. Am Info-Zelt hat sie dafür noch keine Lösung gefunden. Was sie nicht weiß: Im Mai startet die Bundesbank eine Werbekampagne, die die Bevölkerung motivieren soll, ihre Münz-Ersparnisse frühzeitig zur Bank zu bringen. Und dann wird immerhin Millionen-Experte Günther Jauch sich ihrer Frage annehmen.

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