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EuGH-Urteil : Kaffee? Nur draußen

  • -Aktualisiert am

Flugbegleiterinnen verteilen an Bord eines Airbus A320 Getränke und einen kleinen Snack an die Fluggäste. Bild: dpa

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu verschüttetem Kaffee im Flugzeug definiert nicht nur den Begriff des Unfalls neu, sondern verändert auch Haftungsrisiken. Unklar bleibt, wer die Kosten am Ende trägt.

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          Am Donnerstag waren die Richter am Europäischen Gerichtshof hochproduktiv. In ihrem Eifer stärkten sie die Rechte von Reisenden. Zwangsläufig ging das zu Lasten anderer. Der Flugbranche servierte der EuGH jedenfalls einen besonders starken Kaffee. Bislang konnten die Fluglinien sich auf dem Terrain des Montrealer Abkommens exkulpieren, wenn bei einem Unfall an Bord nicht ein für die Luftfahrt typisches Risiko wie Turbulenzen hinzukam. Das haben die Richter mit dem Argument zur Seite gekehrt, wonach einen „Unfall“ künftig jedes Vorkommnis an Bord eines Flugzeugs mit Verletzten darstellen soll. Bei den schweren Verbrühungen eines Kleinkinds hat man noch Verständnis. Aber was ist mit streitlustigen Mitreisenden? Oder unsachgemäß verstauten Gepäckstücken, die einem noch vor Abflug auf den Kopf fallen? Alles schon vorgekommen. Viele Fragen sind offen. Mit den ausufernden Haftungsverhältnissen müssen die Fluggesellschaften jedenfalls erst mal umgehen. Vermutlich müssen sie teuren Versicherungsschutz einkaufen, die Assekuranz wird ihre Preise nach oben anpassen. Diese Mehrkosten geben die Fluglinien mit Sicherheit weiter: an alle, die an Bord in Ruhe einen Kaffee trinken wollen.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

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