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Gemeinschaftswährung : So will die EU den Euro wichtiger machen

Der Euro Bild: dpa

Der Euro ist derzeit die zweitwichtigste Währung der Welt. Die EU-Kommission präsentiert nun Ideen, wie seine Rolle noch größer werden kann.

          Der Streit über die Iran-Sanktionen der Vereinigten Staaten belebte im Sommer eine in der EU altbekannte Diskussion: ob und wie es gelingen könnte, die Dominanz des Dollars als Weltwährung zu brechen und die Stellung des Euros zu verbessern.

          Werner Mussler

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Als der amerikanische Präsident Donald Trump sein Embargo gegen Iran verkündete, hatte er ein wirkungsvolles Instrument, die Sanktionen gegen die Europäer durchzusetzen und deren Bemühungen zu durchkreuzen, das Atomabkommen mit Teheran zu erhalten. Weil global die meisten Geschäfte in Dollar abgewickelt werden und Amerika den Dollar-Zahlungsverkehr kontrollieren kann, konnte Washington Unternehmen identifizieren, die das Embargo umgingen. Diese mussten sich entscheiden, ihr amerikanisches Geschäft zu Gunsten Teherans aufzugeben – oder sich zähneknirschend aus Iran zurückzuziehen.

          Deshalb soll der Euro soll nach dem Willen der EU-Kommission nun eine noch wichtigere Rolle spielen. Entsprechende Ideen präsentierte die Brüsseler Behörde an diesem Mittwoch. „Der Euro sollte das politische, wirtschaftliche und finanzielle Gewicht der Eurozone widerspiegeln“, sagte EU-Währungskommissar Valdis Dombrovskis. Obwohl er lediglich 20 Jahre alt sei, sei der Euro die zweitwichtigste Währung der Welt.

          Die mit Abstand wichtigste und am weitesten genutzte Währung ist seit Jahrzehnten der Dollar. Die multilaterale Weltordnung werde zunehmend geschwächt, sagte Dombrovskis weiter. Die Antwort darauf müsse ein global stärkerer Euro sein.

          Empfehlung an Mitgliedstaaten

          EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte schon im September gefordert, der Euro müsse „Gesicht und Werkzeug der neuen europäischen Souveränität werden“. Es sei unsinnig, dass 80 Prozent der europäischen Energieimporte in Dollar beglichen würden, wenn nur 2 Prozent aus den Vereinigten Staaten kämen – oder dass europäische Fluggesellschaften europäische Flugzeuge nicht in Euro, sondern in Dollar bezahlten.

          Die EU-Kommission kann keine direkten geldpolitischen Initiativen in die Wege leiten. Die Entscheidung für eine Währung liege letztlich bei den Marktteilnehmern, hieß es von der Behörde. Allerdings könnten Anreize für eine breitere Nutzung des Euro gesetzt werden.

          Die EU-Kommission empfiehlt den EU-Staaten nun, die Nutzung des Euro in wichtigen Märkten mehr zu fördern – vor allem im Energiesektor sowie bei Rohstoffen und im Verkehrssektor. Energieimporte in die EU werden oftmals in Dollar abgewickelt, sogar europäische Großunternehmen handeln untereinander oft in Dollar.

          Der Euro wird derzeit in den 19 Staaten des gemeinsamen Währungsgebiets von etwa 340 Millionen Bürgern genutzt. Rund 60 Länder weltweit verwenden den Euro bereits oder haben ihre Währung an den Euro gebunden. Etwa 20 Prozent der Fremdwährungsreserven von internationalen Zentralbanken werden in Euro gehalten.

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