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EU widerspricht Fluglinien : Der Mittelsitz soll frei bleiben

  • Aktualisiert am

Passagiere an Bord eines American-Airlines-Flug Anfang Mai in New York Bild: AFP

Die EU pocht auf die Einhaltung von Abstandsregeln in Flugzeugen. Die Internationale Luftverkehrsvereinigung lehnt das dagegen ab – und warnt vor steigenden Ticketpreisen.

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          Die EU hat Leitlinien zu Flugreisen während der Corona-Pandemie vorgelegt. Um einen Abstand von 1,5 Metern zwischen den Fluggästen zu gewährleisten, soll möglichst ein Sitz je Reihe oder jede zweite Reihe im Flugzeug freigelassen werden, teilten die EU-Behörde für Luftfahrtsicherheit (EASA) und die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde (ECDC) mit. Zudem seien Passagiere und Bordpersonal dazu aufgerufen, medizinische Schutzmasken zu tragen. Der Bordservice soll auf das Nötigste reduziert werden.

          Die Internationale Luftverkehrsvereinigung (IATA) lehnt Vorgaben zur Einhaltung der Abstandsregeln an Bord allerdings ab. Sie warnte Anfang Mai vor „dramatischen Kostensteigerungen“. Abstandsregelungen in Flugzeugen würden „die Wirtschaftlichkeit der Luftfahrt grundlegend verändern“, erklärte die IATA. Die Folge seien deutlich teurere Flugtickets.

          Konkret empfehlen die EU-Behörden allen Passagieren und der Crew, beim Betreten des Flughafens medizinische Schutzmasken anzuziehen und diese erst abzulegen, wenn sie ihr Reiseziel erreicht haben. Ausnahmeregeln seien für Kinder unter sechs Jahren denkbar. Die Masken sollen alle vier Stunden gewechselt werden. Die EU-Behörden riefen Reisende auf, genügend Masken mitzunehmen. Zugleich sollen die Fluggesellschaften einen ausreichenden Vorrat anlegen.

          Die EU wolle erreichen, dass sich Reisende auf ihren Flügen sicher fühlten, erklärte EU-Verkehrskommissarin Adina Valean. Der Luftverkehrsindustrie könne so geholfen werden, die Folgen der Pandemie in den Griff zu bekommen.

          Sichere Hygieneregeln seien ein „entscheidender Faktor“ für die Wiederaufnahme kommerzieller Flüge, sagte EASA-Chef Patrick Ky. Er rief die Fluggesellschaften und Flughäfen auf, die Empfehlungen der EU umzusetzen.

          Easyjet will wieder fliegen

          Einige Fluggesellschaften fahren ihr Angebot unterdessen nach und nach wieder hoch. Die Lufthansa hat angekündigt, ab Juni wieder mehr Flugzeuge starten zu lassen. Der britische Billigflieger Easyjet will vom 15. Juni an wieder erste Flüge anbieten. Dabei werden hauptsächlich Strecken innerhalb Großbritanniens angeboten, wie das Unternehmen in London mitteilte. Bedient werden sollen insgesamt 22 Flughäfen, darunter London-Gatwick, Edinburgh, Glasgow und Belfast. Easyjet-Chef Johan Lundgren sprach von „kleinen, vorsichtig geplanten Schritten“. Die Fluglinie kündigte zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wegen der Corona-Krise an, unter anderem sollen beispielsweise Passagiere, Besatzung und das Bodenpersonal Masken tragen, wie auch die EU-Behörden empfehlen.

          Das Unternehmen ist derzeit nicht nur von der Pandemie getroffen, sondern auch von einem Hackerangriff. Unbekannte haben sich Zugang zu E-Mail-Adressen und Reisedetails von etwa neun Millionen Kunden verschafft, wie am Dienstag bekannt geworden war. Es soll keine Hinweise darauf geben, dass die Informationen missbraucht wurden. Bei mehr als 2200 Kunden wurde laut Easyjet auf Daten von Kreditkarten zugegriffen.

          Die halbstaatliche türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines hat ihren Flugstopp wegen der Coronavirus-Pandemie dagegen abermals verlängert. Wie die Gesellschaft in der Nacht auf Donnerstag mitteilte, bleiben Inlandsflüge nun bis zum 4. Juni ausgesetzt, internationale Flüge bis zum 10. Juni. Zuvor war geplant gewesen, Verbindungen Ende Mai wieder aufzunehmen. Die Billigfluglinie Pegasus teilte mit, sie habe ihre Flüge bis zum 3. Juni ausgesetzt.

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