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„höhere Gewalt“ : EU verschlechtert Bahngastrechte

Eine Verspätung wegen extremer Wetterbedingungen, besonderer Umstände wie der Corona-Pandemie oder aus anderen Gründen „höherer Gewalt“ wird nicht mehr entschädigt. Bild: dpa

Das Europäische Parlament hat eine neue EU-Fahrgastrechteverordnung beschlossen. Der Anwendungsbereich der „höheren Gewalt“ wurde ausgedehnt. Das wirkt sich negativ auf die Rechte der Bahnreisenden aus.

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          Brüssel. Bahnreisende bekommen künftig keine Entschädigung mehr, wenn ihr Zug wegen extremer Wetterbedingungen, besonderer Umstände wie der Corona-Pandemie oder aus anderen Gründen „höherer Gewalt“ verspätet ist. Das hat das Europäische Parlament am Donnerstag im Zuge der neuen EU-Fahrgastrechteverordnung beschlossen. Als höhere Gewalt gilt auch, wenn Strecken nach Selbstmordversuchen gesperrt werden müssen oder weil Kabel oder Schienen gestohlen wurden. Bisher mussten die europäischen Bahnunternehmen auch für so verursachte Verspätungen haften. Das hat der Europäische Gerichtshof 2013 entschieden. Das Europäische Parlament wollte daran festhalten, konnte sich aber nicht gegen die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten durchsetzen. Diese hatten argumentiert, die Bahnunternehmen würden damit verglichen mit anderen Verkehrsträgern schlechtergestellt, die ihre Kunden im Fall höherer Gewalt nicht entschädigen müssten. An der Höhe der Entschädigungen in allen anderen Fällen ändert sich nichts. Bei Verspätungen zwischen einer und zwei Stunden erhalten Bahn-Fahrgäste weiter ein Viertel des Fahrpreises erstattet.

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