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Europcar, Hertz und Avis : EU verbietet Wucherpreise für Mietwagen

  • -Aktualisiert am

Bei Europcar zahlen Kunden aus unterschiedlichen Ländern immer noch unterschiedlich hohe Preise. Bild: dapd

Ein Mietwagen kann teuer werden: Manche Autovermieter verlangen von Ausländern sogar den doppelten Preis. Dagegen will die Europäische Kommission nun vorgehen.

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          Wer im Internet bei einer Autovermietung ein Fahrzeug im EU-Ausland bucht, ist vor unliebsamen Überraschungen nicht gefeit. Ende Juli hatte die Europäische Kommission daher sechs Autovermieter in einem Schreiben eindringlich aufgefordert, in- und ausländische Kunden gleich zu behandeln. Beanstandet hatten die EU-Wettbewerbshüter insbesondere die Praxis von Anbietern, bei Internetanfragen Kunden nach ihrem Herkunftsland zu fragen und anschließend höhere Tarife zu verlangen. So habe ein deutscher Kunde, der in Großbritannien ein Fahrzeug mieten wollte, plötzlich den doppelten Preis zahlen sollen. In anderen Fällen sei es Verbrauchern nach der elektronischen Ermittlung ihres Herkunftslandes nicht möglich gewesen, eine Online-Reservierung für ein Mietfahrzeug abzuschließen.

          Die Kommission sieht in den Praktiken nicht hinnehmbare Verstöße gegen den EU-Grundsatz des Verbots, Ausländer schlechter zu stellen. Ausdrücklich ist auf diesen Grundsatz in einer einschlägigen Dienstleistungs-Richtlinie von 2006 sowie in dazugehörigen Leitlinien der Kommission aus dem Jahr 2012 Bezug genommen worden. Sixt, Enterprise und Goldcar haben nach Angaben der Kommission ihre Geschäftspraxis nach Eingang des Brüsseler Schreibens angepasst.

          Die Antworten der Anbieter Europcar, Hertz und Avis bezeichnete die Kommission hingegen als „unbefriedigend“. Sie forderte die drei Gesellschaften auf, bis zum 30. August den wettbewerbsrechtlichen Bedenken Rechnung zu tragen und behielt sich weitere rechtliche Schritte vor. Gefordert seien auch die zuständigen Behörden der Mitgliedsländer. „Der Binnenmarkt sollte im Alltag nicht für große internationale Unternehmen, sondern auch für Verbraucher in Europa Wirklichkeit sein“, sagte Binnenmarktkommissar Michael Barnier.

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