https://www.faz.net/-gqe-9hlzv

Beschluss des EU-Parlaments : EU und Japan bilden größte Freihandelszone der Welt

Hier dürfte bald noch mehr los sein: Container stehen aufgestapelt im Hafen von Tokio. Bild: dpa

635 Millionen Einwohner haben die EU und Japan zusammen. Sie bilden die weltgrößte Freihandelszone. Und das, wie seit heute klar ist, schneller als geplant.

          Der größten Freihandelszone der Welt steht nichts mehr in Weg – das Europäische Parlament hat dem Freihandelsabkommen der EU mit Japan zugestimmt. Die Abgeordneten stimmten am Mittwoch in Straßburg mit großer Mehrheit für das wohl umfassendste Freihandelsabkommen, das die EU je geschlossen hat. Damit entfallen Anfang Februar des kommenden Jahres, deutlich früher als erwartet, die Zölle auf mehr als 90 Prozent der EU-Exporte nach Japan.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Wenn das Abkommen nach einer Übergangszeit vollständig in Kraft getreten ist, sparen die Exporteure nach Angaben der Europäischen Kommission rund 1 Milliarde Euro im Jahr. Handelskommissarin Cecilia Malmström sprach von einer guten Nachricht für die Anhänger eines offenen Welthandels. Das Abkommen werde spürbare Vorteile für Unternehmen und Landwirte bringen. Sorgen, dass Umwelt- und Verbraucherstandards oder Arbeitnehmerrechte eingeschränkt werden könnten, seien unbegründet.

          Das japanische Parlament hatte schon am Samstag für das Projekt votiert. Japan ist nach den Vereinigten Staaten und China die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und damit ein sehr interessanter Absatzmarkt für europäische Unternehmen. Zusammen zählen die EU und Japan rund 635 Millionen Einwohner und repräsentieren ein Drittel der Wirtschaftsleistung der Welt.

          Durch das Abkommen entfallen künftig die EU-Zölle für japanische Autos von derzeit zehn Prozent und für die meisten Autoteile von drei Prozent. Umgekehrt entfallen beispielsweise japanische Abgaben auf Käse aus der EU von bislang gut 30 Prozent, ebenso die für Weine von rund 15 Prozent. Außerdem sollen europäische Unternehmen einen besseren Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen in Japan bekommen. Die Märkte für Dienstleistungen werden zudem geöffnet, insbesondere für Finanzdienstleistungen, Telekommunikation, elektronischer Handel und Verkehr.

          Weitere Themen

          Keine Angst vor Trump!

          Aktien im Handelskrieg : Keine Angst vor Trump!

          Der Handelskrieg zwischen Amerika und China spitzt sich weiter zu. Das macht es auch gefährlich für Anleger. Doch es gibt Aktien, die dagegen immun sind.

          Pilotenheld kritisiert Boeing Video-Seite öffnen

          „Sully“ schlägt Alarm : Pilotenheld kritisiert Boeing

          Mehrere Piloten fordern den US-Flugzeugbauer Boeing auf, Piloten besser zu schulen, bevor die Flieger vom Unglückstyp 737 Max nach zwei Abstürzen mit hunderten Toten wieder fliegen dürfen. Die von Boeing angebotenen Schulungen reichten nicht aus, sagt unter anderem Chesley "Sully" Sullenberger. Er schrieb mit der geglückten Notlandung mit einem Airbus auf dem Hudson in New York 2009 Geschichte.

          Topmeldungen

          Wieder Lust auf die SPD machen: Manuela Schwesig, Thorsten Schäfer-Gümbel und Malu Dreyer am Montag im Willy-Brandt-Haus.

          Wie es bei der SPD weitergeht : Noch nichts gewonnen

          Die SPD beschreitet neue Wege. Das ist mutig. Denn die Basis, die nun über die Parteiführung entscheiden soll, ist unberechenbar. Wieviel Revolution wagen die Parteimitglieder?

          AKK : Merkels Tritt in die Kniekehlen

          Für Annegret Kramp-Karrenbauer läuft es derzeit nicht gut. Selbst die Kanzlerin lässt sie aussehen, als wollte sie sagen: Sie kann es (noch) nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.