https://www.faz.net/-gqe-9imjk

F.A.S. Exklusiv : EU-Steuervorschläge könnten Deutschland Milliarden bringen

Amazon wird oft vorgeworfen, zu wenig Steuern zu zahlen. Bild: dpa

Die Europäische Union will Steuerschlupflöcher für Großkonzerne schließen. Eine Studie rechnet vor: Das kann Deutschland Milliarden Euro bringen. Aber die Idee ist nicht ohne Gefahr.

          1 Min.

          Vorschläge der Europäischen Union zur Schließung von Steuerschlupflöchern könnten dem deutschen Fiskus laut einer Studie jährliche Mehreinnahmen von rund elf Milliarden Euro bringen. Wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) berichtet, stiege das Aufkommen an Unternehmenssteuern um rund acht Prozent, wie das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) berechnet hat.

          Patrick Bernau
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Bei den Vorschlägen handelt es sich um die so genannte „Gemeinsame Konsolidierte Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage“ (GKKB). Dabei würden die Regeln, nach denen Unternehmen ihren zu versteuernden Gewinn berechnen, europaweit vereinheitlicht. So würden Steuerschlupflöcher geschlossen, beispielsweise die bevorzugte Behandlung von Patent- und Lizenzeinnahmen in einigen EU-Ländern. Anschließend würde der Gewinn auf Basis einer Formel auf die EU-Staaten aufgeteilt, und jeder Staat dürfte seinen Gewinnanteil mit einem eigenen Steuersatz besteuern. Maßgeblich für die Aufteilung wären die Umsätze eines Unternehmens im Land, die Mitarbeiterzahlen und der Kapitaleinsatz.

          Leiden würden unter so einem Steuersystem laut der Studie vor allem Luxemburg, die Niederlande und Irland. Irland würde laut den Berechnungen 86 Prozent seiner Unternehmenssteuer-Einnahmen verlieren.

          Würden sich die Prinzipien so eines Steuersystems aber weiter verbreiten, könnte das laut F.A.S.-Bericht zum Nachteil für Deutschland werden. Exportländer wie Deutschland müssten dann einen Teil ihrer Steuereinnahmen an die Staaten abgeben, in denen ihre Produkte gekauft werden. Würde so ein System beispielsweise in der G-20 eingeführt, verlöre Deutschland jährlich rund 24 Milliarden Euro an Unternehmenssteuern.

          Weitere Themen

          Urlaubskürzung bei Kurzarbeit Null rechtens

          Bundesgericht : Urlaubskürzung bei Kurzarbeit Null rechtens

          Kurzarbeiter, die tageweise ausfallen, müssen nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts mit der anteiligen Kürzung ihres Jahresurlaubs rechnen. Ein Urteil, in einer „Frage, die höchst umstritten ist“.

          Topmeldungen

          Holz in einem Mecklenburger Wald

          Holz als Geldanlage : Helden des Klimawandels

          Bäume sind nicht nur gut für das Klima, sondern können auch das eigene Portfolio grüner machen. Dieser Überblick zeigt, wie das gelingen kann.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.