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Geldwäsche : Flossen 20 Milliarden Dollar Schwarzgeld aus Russland in die EU?

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Blick auf die Bankentürme in London: Auch über britische Banken soll Schwarzgeld geflossen sein. Bild: AFP

Ein internationales Rechercheprojekt hat Unterlagen ausgewertet, die zeigen sollen, wie Schwarzgeld aus Russland in die EU gelangt ist. Auch deutsche Firmen haben offenbar profitiert.

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          Binnen weniger Jahre sollen mehr als 20 Milliarden Dollar dubioser Herkunft aus Russland in die EU geflossen sein. Darüber berichten unter anderem die „Süddeutsche Zeitung“ und der britische „Guardian“. Mithilfe undurchsichtiger Briefkastenfirmen in Großbritannien und mutmaßlich korrupter Richter in der Republik Moldau sei das Geld auf legale Konten im Westen transferiert und dort zum Einkauf im großen Stil benutzt worden. Deutsche Unternehmen hätten davon kräftig profitiert.

          Die Informationen, welche die Zahlungen belegen sollen, stammen aus Bankunterlagen, die das internationale Recherchenetzwerk „Organized Crime and Corruption Reporting Project“ (OCCRP) und die russische Tageszeitung „Nowaya Gazeta“ nach eigenen Angaben von mehreren Informanten erhalten haben. Neben den beiden Blättern waren Medien aus 30 weitere Ländern an der Auswertung der Unterlagen beteiligt, die 70.000 Überweisungen umfassen sollen.

          In 662 Fällen soll demnach Geld von Konten in Lettland genutzt worden sein, um in Deutschland Rechnungen zu bezahlen. Firmen oder Menschen aus Russland, der Ukraine oder Weißrussland hätten Produkte im Einzelhandel gekauft oder sich Waren liefern lassen, darunter etwa Rolex-Uhren für eine halbe Million, getunte Autos und Designer-Mode.

          Die Bezahlung hätten immer die Briefkastenfirmen übernommen, heißt es in dem Bericht. 66,5 Millionen Dollar seien auf diesem Weg in den Büchern deutscher Unternehmen oder bei Privatpersonen gelandet. Der „Guardian“ berichtet zudem von 1920 Transaktionen im Gesamtwert von etwa 738 Millionen Dollar, die über britische Banken abgewickelt worden seien, darunter zum Beispiel die HSBC und die Royal Bank of Scotland. Weiterhin sollen auch Zahlungen über amerikanische Banken wie etwa die Citibank geflossen sein.

          Keine der Banken habe die Echtheit der Daten in Frage gestellt, schreibt der „Guardian“ weiter. Alle Institute hätten allerdings auf strikte hausinterne Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche verwiesen.

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