https://www.faz.net/-gqe-px1y

EU-Richtlinie : Feinstaubmessung in Europa

  • Aktualisiert am

Rußende Zweitaktmotoren: Roller in Rom Bild: picture-alliance / dpa

In Italiens Großstädten werden die Feinstaub-Richtwerte oft tagelang überschritten - manchmal sind Fahrverbote an Sonntagen die Folge. In London zeigt die City-Maut erste Erfolge.

          1 Min.

          Italiens Großstädte schlagen sich seit Monaten mit dem Problem herum, daß oft tagelang die Richtwerte für den Feinstaub in der Luft überschritten werden.

          In Norditalien gelten daher an manchen Sonntagen Fahrverbote innerhalb der Städte. Rom hat für den Donnerstag die Regel eingeführt, daß nur jeweils nur die Hälfte der Autos auf die Straße darf - an einem Donnerstag die Autos mit gerader Endnummer im Kennzeichen, eine Woche später die Autos mit ungerader Endnummer. Ausgenommen von der Regel bleiben Autos, deren Abgase die Anforderung der Norm "Euro 4" erfüllen.

          Italien: Viele Autos ohne Kat

          Die Beschränkungen für den Autoverkehr schaffen allerdings nur wenig Abhilfe, auch weil die veralteten öffentlichen Busse die Luft mehr verschmutzen als hundert abgasgereinigte Autos. Die Bürgermeister der Städte suchen nun aus dem Umweltproblem Kapital zu schlagen, indem sie von der Zentralregierung Sondermittel für die Anschaffung neuer umweltfreundlicher Busse verlangen, doch die Regierung verweist auf ihre knappe Haushaltslage.

          Wegen des oft spärlichen Regens im Winter und wegen der Lage von Städten wie Florenz, Mailand oder Bologna in windgeschützten Kesseln ist es für Italiens Städte von vorneherein schwieriger, die verschärften Bedingungen der Feinstaubrichtlinie zu erfüllen. Viele Autos haben noch keinen Katalysator, wegen der Beschränkungen für den Autoverkehr fahren in Italiens Städten Millionen von Mopeds mit rußenden Zweitaktmotoren.

          London: City-Maut zeigt Ergebnisse

          In London wurde mit der Einführung der sogenannten City-Maut die Luftverschmutzung in der Innenstadt deutlich gesenkt. Die Meßwerte für Stickoxide und Rußpartikel fielen binnen zwei Jahren um 12 Prozent, heißt es bei der städtischen Umweltbehörde. Dennoch werde die Metropole mit ihren 7 Millionen Einwohnern wohl bis auf weiteres über den von der EU vorgegebenen Grenzwerten liegen.

          Wichtigste Quelle für die aktuelle Luftverschmutzung ist der Straßenverkehr. Dicht dahinter rangiert das städtische U-Bahnnetz. In einigen, besonders tief gelegenen Haltestellen der Londoner "Tube" erreicht die Konzentration von Eisenerzstaub Höchstwerte von 60 Prozent, förderten jüngst Messungen der städtischen Umweltbehörden zutage. Durch die Einführung einer Einfahrtsgebühr von umgerechnet 8 Euro am Tag reduzierte sich der Straßenverkehr im Innenstadtbereich um rund 30 Prozent. Bis Jahresende sollen die 20.000 Londoner Taxis auf die Nachrüstung mit Feinstaub-Filtern verpflichtet werden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Angespannt: die Hamburger FDP-Landes- und stellvertretende Bundesvorsitzende Katja Suding am Sonntag bei Bekanntgabe der ersten Prognosen

          Panne bei Wahlauszählung : Die FDP hat in Hamburg doch weniger Stimmen

          Die FDP könnte den Wiedereinzug in die Hamburger Bürgerschaft verpassen, wil ihre Stimmen im Wahlbezirk Langenhorn mit denen der Grünen verwechselt wurden. Aber selbst wenn sie es doch noch schafft: Thüringen hat auch in der Hansestadt das Vertrauen vieler Wähler in die Liberalen erschüttert.
          Touristenmassen auf dem Markusplatz in Venedig

          Coronavirus : Die Urlaubsmesse droht zur Sorgenschau zu geraten

          Bislang galt Sars-Cov2 vor allem als asiatisches Thema. Doch nun wird das Coronavirus für die Reisebranche zum immer drängenderen Thema. Daneben gibt es noch andere wirtschaftliche Sorgen.
          Catherine Deneuve in dem Film „La Vérité – Leben und lügen lassen“

          Catherine Deneuve im Gespräch : Siebzig? Das neue Fünfzig!

          Sie ist der größte Star des europäischen Kinos. Jetzt spielt sie in „La Vérité – Leben und lügen lassen“ eine Art Über-Diva. Catherine Deneuve im Gespräch über Starrollen und Rauchen im Alter, Metoo und Brigitte Bardot.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.