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CO2-Auflagen : EU-Parlamentarier greifen Autobranche an

Zurück in die Zukunft? Der Familienausflug im kleinen Fiat 500 anno 1957 könnte im EU-Parlament Anhänger finden. Bild: dpa

Ein interner Bericht zeigt, mit welch strikten Grenzwerten Autos und Industrie geschrumpft werden könnten. Wer deswegen entlassen wird, soll umschulen – und das am besten noch selbst finanzieren.

          2 Min.

          Zufrieden war die Autoindustrie nicht, als die Europäische Kommission im vergangenen Herbst striktere CO2-Auflagen für die Zeit nach 2021 vorgeschlagen hat. Immerhin aber verzichtete die Kommission auf eine Elektroquote und höhere CO2-Auflagen für Hersteller mit einem geringen Anteil an emissionsarmen Fahrzeugen, so die Lesart der Konzerne. Genau das aber könnte das Europaparlament nun ändern – zumindest wenn es nach dem Willen der als Berichterstatterin federführend zuständigen Europaabgeordneten Miriam Dalli geht. Die maltesische Sozialdemokratin fordert nicht nur striktere Ziele für die Branche. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Neuwagenflotte soll bis 2025 um 20 Prozent und bis 2030 um 50 Prozent verglichen mit 2021 sinken. Die Kommission hatte 15 und 30 Prozent vorgeschlagen.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Vor allem aber will Dalli vorschreiben, dass bis 2030 die Hälfte der Neuwagenflotte aus Elektroautos oder anderen emissionsarmen Autos bestehen muss. Unterschreitet ein Hersteller diese Schwelle, müsste er zum Ausgleich den CO2-Ausstoß seiner Flotte noch stärker senken als ohnehin vorgesehen. Andererseits würden Hersteller, die mehr Elektroautos als vorgeschrieben verkaufen, dafür auch mit niedrigeren CO2-Einsparzielen für ihre Gesamtflotte belohnt. Hervor geht das aus dem bisher noch internen Berichtsentwurf, den Dalli im Mai offiziell vorstellen will. Das Papier liegt der F.A.Z. vor. Mit einem solchen Berichtsentwurf gibt der für ein Dossier zuständige Europaabgeordnete die Linie für die weitere Debatte im Parlament vor. Er hat damit großen Einfluss.

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