https://www.faz.net/-gqe-9m840

Im Jahr 2018 : EU-Länder senken Neuverschuldung deutlich

  • Aktualisiert am

Die Flagge der Europaeischen Union (EU, l.) weht auf dem Europakreisel in Mainz neben den Nationalfahnen der verschiedener EU-Mitglieder. Bild: dapd

Die Verschuldung der meisten europäischen Länder ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Ausgerechnet die beiden Sorgenkinder Italien und Griechenland machten jedoch keine Fortschritte.

          1 Min.

          Die Neuverschuldung der EU-Staaten ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Dienstag mitteilte, lag das durchschnittliche Haushaltsdefizit 2018 in der Europäischen Union bei 0,6 Prozent der Wirtschaftsleistung. In der Eurozone aus 19 Staaten waren es 0,5 Prozent. Im Vorjahr waren es jeweils ein Prozent gewesen. 13 von 28 EU-Staaten wiesen nun einen Haushaltsüberschuss aus.

          Die höchsten Haushaltsüberschüsse verbuchten nach den Eurostat-Daten Luxemburg (2,4 Prozent), Bulgarien und Malta (jeweils 2,0 Prozent) sowie Deutschland (1,7 Prozent). Klar gegen die EU-Vorgabe eines maximalen Haushaltsdefizits von drei Prozent verstieß nur noch Zypern (minus 4,8 Prozent). Rumänien landete genau bei einem Defizit von drei Prozent.

          Die Haushaltsüberschüsse hatten auch Auswirkungen auf die Gesamtverschuldung der EU-Staaten. Sie sank von durchschnittlich 81,7 auf 80,0 Prozent der Wirtschaftsleistung. In der Eurozone ging sie von 87,1 auf 85,1 Prozent zurück.

          Angst vor einer neuen Schuldenkrise

          Die niedrigste Gesamtverschuldung wiesen Estland (8,4 Prozent), Luxemburg (21,4 Prozent) und Bulgarien (22,6 Prozent) aus. Deutschland landete mit einer Verschuldung von gut zwei Billionen Euro bei 60,9 Prozent und riss damit noch knapp die EU-Vorgabe von maximal 60 Prozent.

          Die höchsten Schuldenberge hatten Ende 2018 Griechenland (181,1 Prozent), Italien (132,2 Prozent), Portugal (121,5 Prozent) und Zypern (102,5 Prozent). Danach folgten Belgien (102,0 Prozent), Frankreich (98,4 Prozent) und Spanien (97,1 Prozent).

          Die Erhöhung der griechischen Schulden geht vor allem auf weitere Kredithilfen der Euro-Partner für das krisengeplagte Land zurück. Zuletzt wuchs die griechische Wirtschaft aber in den meisten Quartalen wieder. Die Regierung in Athen will daher Milliarden-Kredite des Internationalen Währungsfonds vorzeitig zurückzahlen.

          In Italien will die von Populisten und EU-Kritikern geführte Regierung in Rom mit mehr Ausgaben die chronisch schwache Wirtschaft anschieben, liegt deswegen aber im Clinch mit der EU-Kommission.
          An den Finanzmärkten wird teilweise eine von Italien ausgehende neue Schuldenkrise in Europa befürchtet. 

          Weitere Themen

          FDP prüft Verfassungsklage gegen CO2-Preis

          Steuerähnlich : FDP prüft Verfassungsklage gegen CO2-Preis

          Weil der CO2-Preis in den ersten Jahren einer Steuer ähnelt, gibt es Zweifel an seiner Zulässigkeit. Die FDP erwägt deshalb verfassungsrechtliche Schritte – und will sich mit Grünen und Linken beraten.

          Topmeldungen

          Erdogan bei Trump : Offene Worte an einen guten Freund?

          Trotz der diplomatischen Reibereien beider Länder dürfte Donald Trump den türkischen Präsidenten Erdogan in Washington herzlich empfangen. Aber bei dem Besuch könnte es auch um Menschenrechtsverletzungen gegen Kurden gehen, für die die Amerikaner Videobeweise haben sollen.

          Eskalation in Hongkong : Jagdszenen auf dem Campus

          Die Universitäten in Hongkong geraten zum Kampfgebiet. Das stellt die Hochschulleitungen vor eine Zerreißprobe. Sollen sie sich hinter ihre Studenten stellen? Oder auf die Seite der Polizei?
          Medial überpräsent: die sogenannten Snowflakes.

          Politische Korrektheit an Unis : Die Legende vom Meinungsdiktat

          Die ach so sensiblen „Schneeflocken“, die dem Ernst des Lebens nicht gewachsen sind, sind derzeit medial überpräsent. Doch dominiert an amerikanischen Universitäten wirklich die politische Korrektheit? Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.