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Telefonieren im Ausland : EU-Kommissar erklärt Roaming-Gebühren mit Bierpreisen

  • Aktualisiert am

Jedes Jahr beschweren sich die Besucher über steigende Bierpreise auf der Wiesn. In Schweden kostet Bier jedoch noch viel mehr. Bild: dpa

Nutzer könnten sich eine günstige Sim-Karte im Ausland besorgen, um sie dauerhaft zuhause zu nutzen. Solchen Missbrauch will die Kommission verhindern. Bier darf in Schweden schließlich auch mehr als in Deutschland kosten.

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          Der EU-Kommissar Andrus Ansip erklärt die neuen Roaming-Gebührenregelung mit Bierpreisen. „Die Deutschen können sich über ziemlich billiges Bier freuen. Aber wenn sie zum Beispiel nach Schweden reisen, dann müssen sie für den selben halben Liter Bier einen viel höheren Preis zahlen“, sagte Ansip am Mittwoch in Brüssel zur Erklärung, warum die EU-Kommission Missbrauchsregelungen bei der Abschaffung der Roaming-Gebühren im EU-Ausland möchte. „Und wenn man nach denen geht, die permanentes Roaming fordern, dann bedeutet das: Diese Deutschen müssen in Schweden nur ihren Heimatpreis zahlen und die Brauerei, die in Deutschland ihr Lieblingsbier braut, muss die Differenz zahlen zwischen dem schwedischen und dem deutschen Preis. Jeder kann verstehen, dass das nicht fair ist.“

          Handynutzer sollen nach einem überarbeiteten Vorschlag der EU-Kommission ab Mitte 2017 nun doch ohne zeitliche Begrenzung kostenfreies Roaming im EU-Ausland nutzen können. „Wir haben entschieden, dass es keine täglichen Begrenzungen geben soll“, sagte  Ansip. Stattdessen solle jeder Nutzer „wie daheim“ Roaming nutzen können. Allerdings müsse Missbrauch verhindert werden können - zum Beispiel, wenn sich Nutzer eine günstige Sim-Karte im Ausland besorgen, um sie dauerhaft zuhause zu nutzen.

          Nach heftiger Kritik hatte die Brüsseler Behörde zuletzt einen ersten Plan zur Neuregelung der Auslands-Handykosten zurückgezogen. Demnach waren nur 90 Tage kostenfreies Roaming pro Jahr im EU-Ausland garantiert. Parlament und Staaten hatten die Neuregelung im Grundsatz vergangenes Jahr beschlossen. „Dauerhaftes Roaming“ war in dem Beschluss nicht vorgesehen. Was das bedeutet, sollte die EU-Kommission ausarbeiten. Die ersten Reaktionen fielen nun positiver aus.In dem Plan hieß es nun: „Roaming ist für Reisende.“ Das neue System solle auf dem Wohnort oder einer „festen Verbindung“ zu einem EU-Staat basieren. Dazu gehöre etwa, oft in dem EU-Staat anwesend zu sein, in dem der Mobilfunk-Provider ansässig sei.

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