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Dieselskandal : EU drängt VW zu Entschädigung aller Kunden

  • Aktualisiert am

EU-Justizkommissar Didier Reynders Bild: EPA

Volkswagen gerät wegen des uneinheitlichen Umgangs mit Entschädigungsforderungen im Diesel-Skandal unter Druck. VW müsse „außerhalb von Deutschland genauso entschlossen handeln wie in Deutschland“, fordert EU-Kommissar Didier Reynders.

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          Im Dieselskandal hat die EU-Kommission Volkswagen zur raschen Entschädigung aller europäischen Verbraucher aufgerufen. Der auch für den Verbraucherschutz zuständige EU-Justizkommissar Didier Reynders sagte am Dienstag in Brüssel, VW dürfe nicht länger „auf Zeit spielen“ und den Ausgang von Schadenersatzprozessen in den Mitgliedsländern abwarten. Volkswagen müsse „außerhalb von Deutschland genauso entschlossen handeln wie in Deutschland“, forderte Reynders.

          Er verwies auf den Vergleich in Deutschland, bei dem sich Verbraucherschützer und VW darauf geeinigt haben, je nach Alter und Typ des Fahrzeugs zwischen 1350 und 6250 an die Kunden zu zahlen. In den Niederlanden und Italien hätten Gerichte den Verbrauchern rund 3000 Euro zugesprochen, sagte Reynders. VW solle nun ein klares Signal an die Kunden in anderen Ländern senden, dass man sie in einem ähnlichen Rahmen entschädige.

          „Alle Verbraucher müssen entschädigt werden“, sagte Reynders. Bisher zeige VW dafür mangelnde Bereitschaft, kritisierte er. Auch die Verbraucherschutzbehörden der 27 EU-Länder ermahnten VW in einer gemeinsamen Erklärung ebenfalls, „auf Verbraucher in allen Mitgliedstaaten zuzugehen, die immer noch auf Entschädigung warten“. Nur so könnten „dieses Kapitel geschlossen und jahrelange Rechtsstreitigkeiten vermieden werden".


           Der Bundesgerichtshof hatte im Mai 2020 in einem Grundsatzurteil entschieden, dass Volkswagen Käufern manipulierter Dieselautos grundsätzlich Schadenersatz zahlen muss. Der Konzern hatte bereits 2015 eingeräumt, in weltweit elf Millionen Fahrzeugen eine illegale Software zur Manipulation der Abgaswerte eingesetzt zu haben. In der EU sind nach Angaben der Verbraucherschutzbehörden rund 8,5 Millionen Diesel-Wagen betroffen.

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