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Minderjährige im Hörsaal : Immer mehr Studenten unter 18

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Studienanfänger in Hannover. Die Wahrscheinlichkeit, dass 17-Jährige darunter sind, wird immer größer. Bild: dpa

Im vergangenen Jahr haben deutlich mehr Minderjährige ein Hochschulstudium begonnen als in den Jahren zuvor. Das bringt den Betroffenen nicht nur Vorteile - sondern auch viele Probleme.

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          Die Zahl der minderjährigen Studienanfänger in Deutschland ist innerhalb von fünf Jahren deutlich gestiegen. Im Studienjahr 2015 (Sommersemester und Wintersemester 2015/16) schrieben sich an den Hochschulen 3737 Studenten unter 18 Jahren neu ein, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Das waren 0,7 Prozent aller Studienanfänger.

          Im Studienjahr 2010 hatten sich nur 695 Studienanfänger unter 18 Jahren an einer Hochschule eingeschrieben, was einem Anteil von 0,2 Prozent entsprach. Damit waren es fünf Jahre später mehr als fünfmal so viele  - ein neuer Rekord. Im Jahr 2005 waren es sogar nur 225 minderjährige Erstsemester, wobei die Zahl der Studienanfänger insgesamt seit Jahren stetig steigt.

          Auf der Uni-Party nicht rauchen

          Wer sein Studium früh im Leben beginnt, hat natürlich ein paar Vorteile: Etwa die Chance, auch früher fertig zu werden oder sich einfach etwas mehr Zeit zu lassen als andere. Studierende, die noch nicht volljährig sind, haben aber auch eine Menge Probleme, über die sich über 18-Jährige keine Gedanken machen müssen: Minderjährige brauchen streng genommen bei sämtlichen Regelungen das Einverständnis ihrer Eltern, weil sie noch nicht voll geschäftsfähig sind.

          Das gilt etwa für das Beantragen von Bibliotheksausweisen, aber auch für die Studieneinschreibung an sich. Viele Unis nutzen eine Art Blanko-Vollmacht, in der die Eltern ihren minderjährigen Kindern erlauben, studienrelevante Entscheidungen selbst zu treffen.

          Aber auch im Alltagsleben stellen sich minderjährigen Studenten eine Reihe von Problemen: Sie dürfen selbst keine Wohnung anmieten; ihre Eltern müssen den Vertrag abschließen. Auch einen Studienkredit dürfen Studenten unter 18 in der Regel nicht für sich selbst abschließen. Sogar in der Wahl ihres Nebenjobs sind Minderjährige eingeschränkt, weil für sie viel strengere Regeln gelten als für die Beschäftigung volljähriger Arbeitnehmer. Nicht zuletzt heißt es auch auf Studentenpartys: Wer unter 18 ist, darf weder harten Alkohol trinken noch rauchen.

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