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Wind und Sonne : Erstmals mehr Strom aus Erneuerbaren als aus Kohle

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Onshore-Windkraft deckt einen großen Teil der deutschen Stromerzeugung. Bild: dpa

Ökostrom aus Wind und Sonne deckt erstmals mehr als ein Drittel der deutschen Stromerzeugung. Unsere Grafik zeigt außerdem, welche Rolle Kohle- und Kernkraft noch spielen.

          In Deutschland wird erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Quellen als aus Braun- und Steinkohlekraftwerken erzeugt. Das zeigt eine neue Erhebung des Branchenverbands BDEW. Demnach haben vor allem Wind- und Photovoltaikkraftwerke im ersten Halbjahr fast 118 Milliarden Kilowattstunden zur Bruttostromerzeugung beigetragen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum war das ein Plus von mehr als 10 Prozent.

          Im Gegenzug sank der Absatz von Strom vor allem aus Stein- und Braunkohlekraftwerken. Sie setzten noch 114 Milliarden Kilowattstunden ab, nach 127 Milliarden kWh im Vorjahr. Mit einem Anteil von 36 Prozent an der Erzeugung sind die Erneuerbaren damit die größte Gruppe unter den Quellen der Elektrizitätsgewinnung. Auch der Anteil von Erdgas an der Stromerzeugung sank im ersten Halbjahr um rund 10 Prozent auf unter 40 Milliarden Kilowattstunden. Die Kernkraftwerke lieferten noch 37 Milliarden Kilowattstunden.

          BDEW-Vorsitzender Stefan Kapferer sagte, die Zahlen belegten eindrucksvoll, dass der marktgetriebene, schrittweise Ausstieg aus der Kohleverstromung schon im Gange sei. Den Grund dafür sehen Fachleute im steigenden Kohlepreis am Weltmarkt und in der Verdreifachung der Preise für CO2-Emissionszertifikate, die den Einsatz von Kohlekraftwerken teurer machten. Während die Erneuerbaren auf dem Vormarsch seien, komme es nun darauf an, den Netzausbau zu beschleunigen, um die erneuerbaren Energien ins Energiesystem zu integrieren.

          Kapferer wies abermals darauf hin, dass unklar sei, wie eine sichere Stromversorgung garantiert werden solle, wenn absehbar mehr Kohlekraftwerke vom Netz gingen und ab 2022 auch die Kapazitäten der Kernkraftwerke vor allem durch wetterabhängige und damit unbeständige Wind- und Solaranlagen ersetzt werden sollten.

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