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Erneuerbare Energien : Nordex vor dem Absturz?

Die Aktie des Windkraftanlagenherstellers Nordex ist an der Börse stark unter Druck. Doch ein Vergleich mit dem Schicksal des Solarherstellers Conergy hinkt. Das Ausfallrisiko ist vergleichsweise niedrig, der Kursverlust daher überzogen.

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          Ist nach dem Solarhersteller Conergy nun der Windkraftanlagenbauer Nordex an der Börse dran? Der Vergleich zwischen beiden Unternehmen aus der Hoffnungsbranche der regenerativen Energien hinkt. Europas größtes Solarunternehmen kämpft gegen hohe Verluste. Der Errichter der Windräder indes muss mit einem vergleichsweise geringen Ausfallrisiko rechnen, das sich jedoch auch im Ertrag niederschlagen kann.

          Die Börsenreaktion mit einem Kursverlust von bis zu zwölf Prozent am Montag jedenfalls ist überzogen. Der Vorgang Nordex ist dennoch symptomatisch für die Boombranche. Investoren haben ihre Erwartungen über florierende Geschäfte sportlich gesteckt. Kleine Enttäuschungen zeigen schon große Wirkung. Nordex ist ebenso ein Beispiel dafür, wie überhitzt derzeit die Lage in einer Branche mit atemberaubenden Wachstumsraten ist.

          Bei Conergy werden Zulieferteile knapp. Nordex arbeitet an der Kapazitätsgrenze. Mehr als 50 Prozent Wachstum im Jahr sind nicht drin. Und manchmal gerät es auch außer Kontrolle. Der Aufbau des Geschäftes in Italien ist nicht reibungslos gelaufen. Es fehlt die Manövrierfähigkeit, um eine solche Scharte auszuwetzen. Ein kleiner Schluckauf kann da große Folgen haben.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

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