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Ernährungsreport : Doppelt so viele Vegetarier

Veggieburger punkten vor allem mit ihrer Umweltbilanz: Bei der Produktion entstehen im Vergleich zu Rindfleisch bis zu zehnmal weniger Treibhausgasemissionen. Bild: dpa

Im vergangenen Jahr ist die Zahl derjenigen, die auf Fleisch verzichten, von 5 auf 10 Prozent gestiegen. Der Markt für die Ersatzprodukte wächst rasant. Doch ein genauer Blick auf die Zutatenliste ist ratsam.

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          Das Jahr 2034 könnte den Wendepunkt markieren. Wenn der Markt für Fleischersatzprodukte weiter so wächst und die Fleischproduktion weiter so schrumpft wie in den vergangenen Jahren, könnten Tofuwürstchen, Erbsenschnitzel und Co. ihre tierischen Vorbilder dann erstmals überrunden. Noch ist das schwer vorstellbar, gehen doch gerade in diesen Tagen unzählige Schweine- oder Rindersteaks über die Ladentheken, um auf Grills gebrutzelt zu werden. Doch der Trend hin zu den Ersatzprodukten hält an, wie auch der neue Ernährungsreport zeigt, den das Bundeslandwirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin vorstellte.

          Stefanie Diemand
          Redakteurin in der Wirtschaft.
          Svea Junge
          Redakteurin in der Wirtschaft.
          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Das Marktforschungsinstitut Forsa hat dafür wie jedes Jahr 1000 Bürger zu ihren Einkaufs- und Essgewohnheiten befragt. Das auffälligste Ergebnis: Der Anteil der Vegetarier hat sich binnen eines Jahres verdoppelt, von 5 auf 10 Prozent. Der Anteil der Veganer stieg von 1 auf 2 Prozent. Die Zahl derer, die täglich Wurst und Fleisch essen, ist dagegen in den vergangenen Jahren gesunken. Waren es 2015 noch 34 Prozent der Befragten, liegt der Anteil jetzt nur noch bei 26 Prozent. Knapp jeder dritte Befragte kauft unterdessen „öfter mal“ pflanzliche Alternativen zu tierischen Produkten. Vor allem unter Jüngeren sind diese beliebt. In der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen essen 17 Prozent solche Produkte täglich.

          „Da spielt vor allem Neugier eine Rolle“, sagte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) zu den neuen Pflanzenessern. Sie zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung. „Lieber weniger Fleisch, dafür hochwertigeres Fleisch“, empfahl sie. Forsa-Geschäftsführer Manfred Güllner wies darauf hin, dass sich die Einkaufs- und Essgewohnheiten je nach Alter, Wohnort und Ausbildung unterscheiden. Je jünger, je städtischer und je höher der Bildungsabschluss, desto beliebter sind der Umfrage zufolge die Fleischersatzprodukte.

          Von der Nische zum Massenmarkt

          Wichtigstes Auswahlkriterium bei der Wahl der Lebensmittel ist für die Deutschen weiter der Geschmack, für 96 Prozent steht er an erster Stelle, gefolgt von der Regionalität. Der Kaloriengehalt ist angeblich nur für 54 Prozent entscheidend, der Preis nur für 48 Prozent. Was Klöckner gefallen dürfte: 42 Prozent der Befragten wären nach eigener Angabe mit einem Preisaufschlag von bis zu 5 Euro für ein Kilogramm Fleisch einverstanden. Im Ministerium wird gerade an Vorschlägen gearbeitet, Fleisch gezielt zu verteuern, um mit den Einnahmen die Haltungsbedingungen zu verbessern. Nicht ganz zu der Forsa-Umfrage passt, dass in Deutschland nach wie vor weniger als 5 Prozent des verkauften Fleischs aus Biobetrieben stammt. An der Supermarktkasse ist die Zahlungsbereitschaft offenbar noch nicht so groß wie in Umfragen.

          Auch die pflanzlichen Fleischersatzprodukte sind bislang noch ein Nischenmarkt: Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes Destatis wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 83,7 Millionen Kilogramm pflanzliche Fleischersatzprodukte produziert. Das sind zwar 39 Prozent mehr als im Vorjahr, aber die konventionelle Fleischerzeugung lag mit 7,8 Millionen Tonnen um ein Vielfaches höher. Ihren Zenit hat Letztere allerdings wohl 2016 überschritten, seitdem geht die Produktion jährlich im Durchschnitt um 1,4 Prozent zurück.

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