https://www.faz.net/-gqe-a104v

Erfolg für Guaidó : Kein Gold für Maduro

Kein Nachschub für Maduro: Die britische Notenbank wird ihm kein venezolanisches Gold auszuhändigen. Bild: Reuters

Die Gegner von Venezuelas Machthaber jubeln: Die britische Notenbank muss kein venezolanisches Gold an Maduro aushändigen. Das hat der britische High Court entschieden. Die Wirtschaftskrise in Venezuela wird immer verheerender.

          1 Min.

          Das Regime von Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro hat vor dem britischen High Court in London eine Schlappe erlitten und scheitert mit dem Wunsch nach Gold für ein Milliarde Dollar. Die mit Maduro-Getreuen besetzte Zentralbank in Caracas hatte die britische Notenbank aufgefordert, dort lagerndes venezolanisches Gold auszuhändigen.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Die Richter des Hight Court urteilten am Donnerstag jedoch, dass nicht Maduro, sondern der Oppositionsführer Juan Guaidó von Britannien als der rechtmäßige Präsident des lateinamerikanischen Krisenlandes anerkannt werde. Guaidós Botschafterin in London, Vanessa Neumann, sprach von einem „enormen Sieg“. Das Urteil sei ein „Sieg für das venezolanische Volk“.

          Die Bank von England hält in ihren Tresoren Gold der Notenbank von Venezuela im Wert von etwa 1,8 Milliarden Dollar. Insgesamt lagern in ihren Tresoren rund 400.000 Barren Gold im Wert von 200 Milliarden Dollar – damit ist sie nach der New Yorker Federal Reserve die zweitgrößte Gold-Verwahrstelle weltweit.

          Internationaler Währungsfonds lehnt Kredit ab

          Guaidó hatte die Briten gewarnt, Maduro das Gold auszuhändigen, denn damit würde „Folter finanziert“. Maduro sei ein Diktator. Das Londoner Außenministerium bestätigte kurz vor Prozessbeginn seine Position, dass die Präsidentschaftswahl in Venezuela 2018 „nicht frei, fair und glaubwürdig war“. Tatsächlich hat Maduro Schritt für Schritt die Opposition ausgeschaltet.

          Das von seiner sozialistischen Partei seit zwei Jahrzehnten regierte ölreiche Land ist in den vergangenen fünf Jahren immer tiefer in eine katastrophale Wirtschaftskrise geschlittert, die zu einer Versorgungs- und Hungerskrise und zur Emigration von rund 5 Millionen verzweifelten Bürgern geführt hat.

          Erschwerend kommt nun die Corona-Krise hinzu. Die Maduro-hörige Zentralbank in Caracas sagt, man wolle das Gold verkaufen, um Notmaßnahmen gegen die Epidemie zu finanzieren, um Medizin und Nahrungsmittel einzukaufen. Guaidó hält das für vorgeschoben. „Sie versuchen, das Gold zu stehlen“, sagte er.

          Der vom BCV beauftragte Anwalt argumentierte, dass die Londoner Regierung faktisch doch Maduro anerkenne, etwa indem sie seinen Botschafter empfange. Die Richter des High Courts mussten nun entscheiden, wer rechtmäßig über das venezolanische Gold verfügen darf. Vor Kurzem hat der Internationale Währungsfonds eine Anfrage von Maduros Regierung für einen 5-Milliarde-Dollar-Notkredit zurückgewiesen. Unterstützt wird Maduros Regime weiterhin von Russland, China und von Iran, der jüngst fünf Tanker mit Benzin schickte.

          Weitere Themen

          „Benzin im Blut, grün im Herzen“

          Audi-Chef Duesmann : „Benzin im Blut, grün im Herzen“

          Markus Duesmann ist die neue Allzweckwaffe im VW-Konzern: Audi-Chef und Mann für die Technik von morgen. Ein Gespräch über Macht und Idole, die Liebe zu Motoren und seine Freunde im Ökomilieu.

          Topmeldungen

          „Deutschland muss eine grüne Politik hinbekommen, die den Wohlstand erhält und fördert“, sagt Audi-Chef Markus Duesmann, 51.

          Audi-Chef Duesmann : „Benzin im Blut, grün im Herzen“

          Markus Duesmann ist die neue Allzweckwaffe im VW-Konzern: Audi-Chef und Mann für die Technik von morgen. Ein Gespräch über Macht und Idole, die Liebe zu Motoren und seine Freunde im Ökomilieu.
          Im November 2019 durchsuchten die Ermittler ein Haus in Alsdorf im Zusammenhang mit dem Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach.

          Pädokriminalität aufgedeckt : Im Zentrum der Entgrenzung

          Vor dem Landgericht Köln beginnt der Strafprozess gegen Jörg L. Bei den Ermittlungen gegen den Mann aus Bergisch Gladbach kamen die Beamten einem deutschlandweiten, digital vernetzten Pädokriminellen-Geflecht auf die Spur.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.