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Artur Fischer : Der Erfinder des Fischerdübels ist tot

Artur Fischer Bild: dpa

Er meldete weit über tausend Patente an und entwickelte den Kunststoff-Dübel. Nun ist der baden-württembergische Erfinder im Alter von 96 Jahren gestorben.

          Mehr als zehn Millionen Dübel pro Tag werden täglich in Waldachtal-Tumlingen produziert. Der kleine Ort im Nordschwarzwald war die Heimat von Artur Fischer, dem Erfinder des Dübels, dem wohl bekanntesten deutschen Erfinder überhaupt. An diesem Mittwoch ist Artur Fischer gestorben, mit 96 Jahren, friedlich zu Hause im Kreise seiner Familie, wie die Fischerwerke GmbH & Co. KG mitteilt.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Für sein Lebenswerk wurde Artur Fischer 2014 mit dem Europäischen Erfinderpreis ausgezeichnet. Allein in Deutschland wurden ihm 570 Patente erteilt, darunter das mit der Nummer 1097117 vom 8. November 1958, das einen Spreiz-Dübel aus Nylon beschreibt. Es ist wohl das bekannteste, und Dübel-Patente folgten noch zuhauf, unter anderem auch für Dübel zur Behandlung von Knochenbrüchen.

          Vom Forscherdrang getrieben

          Doch es wäre falsch, Fischer auf Befestigungstechnik zu reduzieren. Er war vom Forscherdrang getrieben, von klein auf, Probleme waren für ihn generell Herausforderungen. Gab es einen Mangel an Streichhölzern, wie unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg, erfand er ein elektrisches Feuerzeug. Schlechte Erfahrungen mit Fotographen verleiteten ihn, den ersten synchron arbeitenden Blitz zu entwickeln, der dann von Agfa 13 Millionen mal verkauft wurde.

          Als Geschenk für gute Kunden wurde ein Fischertechnik-Baukasten entwickelt, der dann auch als Spielzeug vermarktet wurde und Generationen von Kindern zu kleinen Tüftlern machte. Auch wenn nicht alles ein geschäftlicher Erfolg wurde, so hatte der gelernte Bauschlosser doch ein glückliches Händchen bei der Vermarktung seiner Ideen. Das von ihm gegründete Unternehmen wuchs schnell  - heute beschäftigt es  mehr als 4000 Mitarbeiter, die zuletzt einen Umsatz von 660 Millionen Euro erwirtschafteten.

          Mit 60 Jahren überließ er die Führung des Unternehmens  mit damals 1500 Beschäftigten seinem Sohn Klaus Fischer. Aufs Erfinden aber verzichtete er nicht. Und so kommt es, dass Artur Fischer im hohen Alter noch einmal ein Spielzeug auf den Markt brachte: bunte Bausteine aus Kartoffelstärke, ökologisch und ungefährlich. Ans Geldverdienen hat er wohl kaum dabei gedacht – eher daran, die Kreativität des Nachwuchses herauszukitzeln.     

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