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Erfinder der „Exit“-Spiele : Die Rätselmeister

Inka und Markus Brand auf ihrem Spiele-Speicher: Sie lagern dort 4500 Spiele. Bild: Edgar Schoepal

Monopoly war gestern, heute ist „Exit“: Escape-Room-Spiele für zu Hause erleben einen Hype. Dahinter stecken Inka und Markus Brand.

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          Es ist mal wieder zum Verzweifeln. „Sobald du die Luke am Boden siehst, sich erst der wahre Code erschließt.“ Welche Luke, welcher Boden? Ein Code ist weit und breit nicht in Sicht. Auch der Nachsatz hilft wenig. „Sei nun clever und auch schlau und vor allem: Schau genau!“ Sehr witzig.

          Daniel Mohr

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Es sind solche und ganz viele andere Rätsel, mit denen Inka und Markus Brand derzeit Deutschland bestens unterhalten. Ihre im Kosmos Verlag seit Herbst 2016 erscheinende „Exit“-Spielereihe hat sich seither sieben Millionen Mal verkauft. Das ist ungewöhnlich für den Markt für Gesellschaftsspiele. Das „Spiel das Jahres“ kommt in sehr guten Jahren auf 500.000 Spiele. Die meisten bleiben sehr weit dahinter.

          „Ich habe Rätsel eigentlich gehasst“, sagt Inka Brand. Hätte man ihr vor ein paar Jahren gesagt, dass sie es als Rätselautorin weit bringen würde, sie hätte wohl herzhaft gelacht. Dann aber besucht sie am Nikolaustag 2014 mit ihrem Mann Markus den ersten Live-Escape-Room in Köln. Das sind diese Räume, in denen man sich freiwillig einschließen lässt und dann eine Stunde Zeit hat, um wieder rauszukommen. Das schafft man, indem man Rätsel löst. Das Ehepaar Brand ist begeistert. Im selben Jahr in einem Stuttgarter Escape-Room veranstaltet der Kosmos Verlag seine Weihnachtsfeier. Die Reaktion fällt ähnlich aus.

          Der Sohn des Handball-Bundestrainers macht lieber Brettspiele

          Als Kosmos-Redakteur Ralph Querfurth bei den Brands in Gummersbach anruft, um zu fragen, ob sie als Autoren für ein Escape-Room-Spiel zur Verfügung stehen, habe er sofort ja gesagt, erzählt Markus Brand. „Ich habe Inka nicht mal gefragt.“ Er ahnt, dass das Thema etwas Großes werden könnte.

          In der Spielebranche gelten die Brands als Einheit. Auf allen ihren Spielen stehen ihre Namen gemeinsam. Das ist ungewöhnlich. Fast alle anderen Spiele werden immer nur von einem Autor erfunden. 1999 lernen sich die beiden kennen, auf einer Hochzeit, auf der sie als einzige Singles nebeneinander plaziert werden. Als Inka mit ihrer Tischnachbarin über Spiele redet, wird Markus hellhörig. Sie kommen ins Gespräch. Auch er interessiert sich für Brettspiele. Dabei wird bei Brands eigentlich eher Handball als „Siedler von Catan“ gespielt. Brands Vater Heiner ist Bundestrainer. Und Weltmeister. Und deutscher Meister und so weiter.

          An diesem Küchentisch in Gummersbach entstehend die meisten Rätsel. In das Buch trägt Markus Brand alle Ideen ein.
          An diesem Küchentisch in Gummersbach entstehend die meisten Rätsel. In das Buch trägt Markus Brand alle Ideen ein. : Bild: Edgar Schoepal

          Doch Markus mag lieber Brettspiele. Das Handballspielen, in Gummersbach eigentlich erste Bürgerpflicht, hat er nach eineinhalb „talentfreien Jahren“ drangegeben. „Ich habe lieber Spiele entwickelt“, sagt der 44 Jahre alte Zwei-Meter-Mann. „Ich glaube, dass das viele andere Kinder auch machen.“

          Sieben erfolglose Jahre

          Inka konnte ihn mit ihrer 300 Spiele umfassenden Sammlung beeindrucken. Sie schenkte ihm zum 24. Geburtstag einen Gutschein für einen „Siedler von Catan“-Spieletreff im Sauerland. Neun Monate später wird nicht nur ihr Sohn Lukas geboren, beiden ist seither auch klar: Sie wollen zusammen Spiele erfinden.

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