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Türkei : Erdogan entlässt Präsidenten der Zentralbank

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Der türkische Zentralbankchef Murat Cetinkaya (auf einer Aufnahme von 2016) Bild: Reuters

Murat Cetinkaya lag des öfteren mit Staatspräsident Erdogan über Kreuz. Nun wurde er abgesetzt. Angeblich hatte er einen Rücktritt abgelehnt.

          Der türkische Zentralbankpräsident Murat Cetinkaya ist nach offiziellen Angaben an diesem Samstagmorgen seines Postens enthoben worden. Nachfolger sei sein bisheriger Stellvertreter Murat Uysal, heißt es in einem präsidialen Dekret, das im Amtsblatt veröffentlicht wurde. Ein Grund für die Abberufung wurde darin nicht genannt.

          Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte immer wieder Zinssenkungen von der Zentralbank gefordert, um die türkische Wirtschaft anzukurbeln. Er bezeichnete hohe Leitzinsen einst als „Mutter allen Übels“. Doch Cetinkaya hatte auf die Unabhängigkeit der Zentralbank verwiesen. Die Währungshüter hatten im vergangenen September die Leitzinsen auf 24 Prozent angehoben, um dem dramatischen Einbruch der Lira und dem Anstieg der Inflation zu begegnen.

          Die Differenzen hätten sich in den vergangenen Wochen verschärft, hieß es in Regierungskreisen. „Der Präsident und der Finanzminister haben Cetinkayas Rücktritt gefordert“, sagte ein Insider. Doch Cetinkaya habe das abgelehnt. Er hatte den Posten 2016 übernommen. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre.

          Die Zentralbank teilte am Samstag mit, sie werde weiter unabhängig handeln. Der neue Notenbankchef sehe die Preisstabilität als das wichtigste Ziel an.

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