https://www.faz.net/-gqe-ag4bg
Bildbeschreibung einblenden

Energiepreise : Russlands riskantes Spiel mit Erdgas

Grund für geringes Angebot? Brand in Gazprom-Anlage in Westsibirien im August Bild: AFP

Hält Gazprom bewusst Erdgas zurück, um die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 durchzusetzen? Der Kreml selbst nährt diese Vermutung. In Deutschland haben erste Versorger bereits Preiserhöhungen angekündigt.

          4 Min.

          In der Debatte, wer für die enorm hohen Erdgaspreise in Deutschland verantwortlich ist, werden immer schärfere Vorwürfe an Russland laut: Dessen staatlich kontrollierter Gaskonzern Gazprom ist Deutschlands wichtigster Erdgaslieferant. Insbesondere die Grünen halten dem Kreml „bewusste Lieferkürzungen“ vor, die dazu führen sollten, dass die „unnötige Pipeline Nord Stream 2 schneller und an den europäischen Spielregeln vorbei in Betrieb“ genommen werde, wie der Fraktionsvize der Grünen, Oliver Krischer, der F.A.Z sagte. Im Vergleich zu 2019 – dem Jahr vor „Corona“ – habe Russland 20 Prozent weniger Gas nach Deutschland geliefert, so Krischer.

          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin
          Jan Hauser
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Katharina Wagner
          Wirtschaftskorrespondentin für Russland und die GUS mit Sitz in Moskau.

          Auch der Vorsitzende der Regierungskommission „Energie der Zukunft“, der Umweltökonom Andreas Löschel, hält es für möglich, dass Russland durch Lieferkürzungen „die Preise hoch halten und politisch Druck aufbauen will, um zu zeigen, dass Nord Stream 2 wichtig ist für die Versorgung“. Eigentlich könnte der europäische Erdgasbedarf augenblicklich auch durch die bisherigen Leitungen ohne Nord Stream 2 ausreichend beliefert werden. Europa steht mit der Versorgung mit Erdgas zur Zeit insgesamt nicht gut da, urteilt er.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Cannabis-Legalisierung : Vom Coffeeshop zum Drogenkrieg

          In den Niederlanden ist Kiffen seit langem erlaubt, Amsterdam genoss den Ruf eines liberalen Idylls. Doch mittlerweile führen Banden gegeneinander einen Drogenkrieg, wie man ihn bisher nur aus Mexiko oder Kolumbien kannte.

          Phänomen „Pop its“ : Es ploppt auf allen Schulhöfen

          „Pop its“ haben den Spielwarenmarkt im Sturm erobert – und das ganz ohne Werbung. Spielwarenhändler können sich den Erfolg kaum erklären. Geholfen haben TikTok und Corona.